Wermelskirchen: Stadt sperrt Schulen, Hallen, Kitas
VON LUDMILLA HAUSER, JENNIFER KOCH UND UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 17.12.2010Wermelskirchen (RPO). Die meisten Kinder und Jugendlichen haben heute schneefrei – Grundschule Ost und Pestalozzischule nicht gesperrt. Am Freitag hob die Stadt die Sperrungen der öffentlichen Gebäude wieder auf, sprach jedoch weiterhin eine Warnstufe aus.
Viele Unternehmen schickten ihre Mitarbeiter Donnerstag schon früh nach Hause – Tief "Petra" brachte ab gestern Nachmittag viel Schnee nach Wermelskirchen.
Die Entscheidung fiel am Abend nach fünf Stunden ergiebigem Schneefall: Die Stadt sperrte vorläufig die Schulgebäude, städtischen Kindertagesstätten und alle Sporthallen. Ausnahme: Grundschule Ost und Pestalozzischule. Diese Gebäude könnten heute ebenfalls gesperrt werden (siehe dazu: Info-Kasten). Dezernent Dr. André Prusa gestern Abend: "Wir wissen nicht, was in der Nacht noch an Schneemassen kommt. Wir sind heute Abend noch nicht im kritischen Bereich. Aber wir sperren vorsorglich. Nachher kommen die Schüler und Kinder am Freitagmorgen nicht zurück."
Als Tief "Petra" Donnerstagmittag erste Schneefälle nach Wermelskirchen brachte, waren Unternehmen, Schulen und Stadt gut vorbereitet. Schließlich war die weiße Pracht und mit ihr ein Verkehrs- und Schneechaos bereits vor Tagen von den Meteorologen angekündigt worden. Viele Unternehmen schickten ihre Mitarbeiter deshalb früher in den Feierabend.
Warnstufe
Neben der gestrigen Sperrung von Kindergärten, Grundschulen, weiterführenden Schulen und Sporthallen hat die Stadt auch eine Warnstufe ausgesprochen. Diese Gebäude könnten nach Redaktionsschluss gesperrt werden: GS Ost, Pestalozzischule, Hallenbad, Katt, Säle des Bürgerzentrums, Tafel, Umkleiden der Sportplätze, Betriebshof, alter Betriebshof, Feuerwehrgerätehäuser, Norma, Rollsporthalle, Waldfriedhof.
Die aktuelle Liste ist nachzulesen auf der städtischen Homepage: www.wermelskirchen.de.
Schon am Morgen ging in der Zentrale von Obi eine E-Mail an alle Führungskräfte. Die Chefs wurden aufgefordert, ihre Mitarbeiter – abhängig von den tatsächlichen Witterungsverhältnissen – möglichst früh nach Hause zu schicken. "Wir haben 2000 Mitarbeiter hier, nicht alle sind aus der näheren Umgebung", erklärt Unternehmenssprecherin Elena Ottaviano die Entscheidung der Geschäftsführung.
Keine Freizeit
Ganz ähnlich bei Johnson Controls in Burscheid: Bei dem Unternehmen war gestern um 13 Uhr Schicht. "Personalabteilung und das oberste Management haben aufgrund der Unwetter- und Schneewarnung diese Entscheidung getroffen", sagte Unternehmenssprecherin Astrid Schafmeister. Nach Hause sei aber nicht gleichbedeutend mit Freizeit. Die Mitarbeiter seien mit Laptops und Handys ausgestattet, sollen im Home Office weiterarbeiten. "Wichtig ist, dass die Leute heil zu Hause ankommen", betonte die Sprecherin. Das wollte auch die Firma Tente Rollen, man zeigte sich deshalb den Mitarbeitern gegenüber großzügig: "Wer eine weitere Anreise hat, der durfte in Abstimmung mit seinen Vorgesetzten früher gehen", sagte Paul Mutz.
Ebenfalls früher Feierabend machten die Inhaber einiger Geschäfte in der Innenstadt. Dort war am Nachmittag allerdings auch kaum noch etwas los – die meisten Geschäfte blieben leer, einige schlossen deshalb und informierten mit einem Schild an der Tür: "Wegen Schneefall geschlossen."
Grund zur Freude hatten die Schüler des Gymnasiums und der Realschule. Beide Schulen beendeten den Unterricht nach der sechsten Stunden. Damit fiel der Nachmittagsunterricht aus. Doch die Unwetterwarnung führte in Wermelskirchen nicht zur Hysterie wie in Overath, wo die Schulen vorsorglich einen Studientag ansetzten und den Eltern frei stellten, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Viele Mütter erkundigten sich gestern Morgen schon vorsorglich, wie die Hauptschule mit der Unwetterwarnung umgehen werde. Dort fiel dann für die neuen 5er-Klassen der Nachmittagsunterricht aus.
Schulschluss vor dem Schneefall
Die Grundschulen hingegen sahen keinen Handlungsbedarf, auf die angekündigten Schneefälle zu reagieren. Carolin Maus von der Schwanenschule gestern Morgen: "Ich sehe dem ruhig und gelassen entgegen." Auch am Berufskolleg lief der Schulunterricht normal. Die meisten Schüler hatten schon gegen 12.30 Uhr Schluss – vor den ersten stärkeren Schneefällen.
Bei der RVK ging gestern Mittag alles seinen geregelten Gang. "Zurzeit läuft der Verkehr", so Ernst-Peter Hachenberg, Disponent in der Niederlassung Braunsberg. "Alle Fahrzeuge sind mit Winterreifen auf allen Rädern ausgerüstet." Gegen 16 Uhr stellte die RVK dann aber den Bürgerbus ein; gegen 18 Uhr konnte auch Schloss Burg nicht mehr angefahren werden: zu glatt. Andere Buslinien fuhren zwar, aber der Fahrplan wurde längst nicht mehr eingehalten.
Gegen 15 Uhr reagierte der Bürgermeister auf den Schnee und stellte seinen Mitarbeitern frei, früher zu gehen. Eine Amtsleiterbesprechung wurde verschoben. Etliche Mitarbeiter, so Scholz, nutzten das Angebot. Das Bürgerbüro blieb jedoch geöffnet: "Wir haben einige Fußgänger, die bleiben bis zum Schluss."
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