Wermelskirchen: SV will „Pinkel-Obolus“
VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 28.11.2006Wermelskirchen (RPO). Die Schülervertretung der Hauptschule sorgt sich um die Sauberkeit der Toiletten. Gymnasium hat mit Projekten gute Erfahrung gemacht. Erwischte „Übeltäter“ müssen auch schon mal selbst die Toiletten putzen.
Gebhard Lehr war selbst überrascht, als ihm seine Schülervertretung vorschlug, nach dem Vorbild anderer Schulen in Nordrhein-Westfalen auch ein Toiletten-Entgelt einzuführen. „Das zeigt mir, dass die Mehrheit der Schüler saubere Toiletten haben will“, so der Leiter der Hauptschule. Für ihn ist klar: „Wir werden diesen Ansatz weiter verfolgen.“ Vorerst müsse aber erst noch die Akzeptanz in der Elternschaft erforscht werden. Und natürlich die Position des Schulträgers.
Heute will die Realschule die Ergebnisse ihrer Umfrage unter Eltern veröffentlichen. Dort ist Schulleiter Bernhard Meier fest entschlossen, mit der Eröffnung einer neuen Toilettenanlage nach den Weihnachtsferien von den Schülern einen Obolus fürs große und kleine Geschäft zu verlangen. Wobei es weiterhin eine Toilette geben soll, die kostenfrei genutzt werden kann.
Über 30 Schulen
2001 wurde die erste Schultoilette mit Toilettenfrau in NRW in Köln eingeführt. Inzwischen sind es schon über 30 Schulen im Land, wo zumeist Toilettenfrauen über die Sauberkeit wachen.
Gute Erfahrungen mit Projekten
Gute Erfahrungen hat das Gymnasium mit so genannten Renovierungs-Projekten gemacht. Die stellvertretende Schulleiterin Elke Bergmeister: „Die ersten Toiletten haben Mütter und Schüler im Altbau renoviert. Die sind bis heute frei von Vandalismus.“ Ebenso die Toiletten, die Jungen und Mädchen gemeinsam mit Lehrern während der jüngsten Projektwoche renovierten. „Da waren die Schüler sehr kreativ. Das wird wohl honoriert. Wir hoffen, dass das Problem mit Schmierereien dort nicht wieder auftritt.“ Jetzt müssen noch Toiletten im Altbau, die aus dem Jahr 1975 stammen und nicht mehr gut aussehen, saniert werden.
Auch der vor vier Jahre bezogene Neubau ist verschont worden von Vandalen. Bergmeister: „Ich habe jüngst erst eine Besuchergruppe durchgeführt. Die war erstaunt, in welch gutem Zustand die Toiletten sind.“
Schüler reinigen Wände
Klar ist: Wer erwischt wird, darf beim Schulleiter antreten. „Wir versuchen es mit Gesprächen. Aber es kommt auch vor, dass die Schüler zum Hausmeister müssen, um dort unangenehme Arbeiten auszuführen.“ Zum Beispiel: Die Wände der Toiletten säubern. „Die Schüler müssen spüren, dass sie keine öffentlichen Gebäude beschmieren dürfen“, so Frau Bergmeister. Und wenn Eltern dagegen protestieren, und die hat es auch gegeben, müssen die sich anhören, dass mit „Gesprächen allein eine Erziehung nicht immer gelingt“.
Vandalismus gibt es auch an der Hauptschule: Da werden schon mal die Toilettenhalterungen oder Ketten in die Spülkästen geworfen. Und es wird auch geraucht. Die externe Toilettenanlage für die Hofpausen wird von den Lehrern kontrolliert; die „Notfall-Toiletten“ während des Unterrichts im Gebäude litten hingegen mehr. „Uns schwebt ein ähnliches Modell vor wie an der Realschule, weil es an anderen Schulen funktioniert“, so Lehr. Wobei die Aufsicht nach wie vor Sache der Lehrer sei; ein(e) Toilettenmann/-frau sei für die Sauberkeit zuständig. „Aber ich halte nichts von Ein-Euro-Kräften.“ Da müsse jemand eingesetzt werden, der sich mit der Aufgabe identifiziere.
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