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Wermelskirchen: Übung in der Feuer-Hölle

VON HENDRIKE SPAAR - zuletzt aktualisiert: 05.03.2010

Wermelskirchen (RPO). In Wermelskirchen gibt es immer weniger Brände. Doch im Notfall müssen die Feuerwehrleute bestens vorbereitet sein. Deshalb stehen für die Wehren immer wieder Übungen in der Brandsimulationsanlage auf dem Programm.

Wasser Marsch: In der Brandsimulationsanlage proben die Feuerwehrleute den Ernstfall. Hier gehen die hauptberuflichen Feuerwehrmänner gerade gegen einen "Flash Over" vor.   Foto: RPO
Wasser Marsch: In der Brandsimulationsanlage proben die Feuerwehrleute den Ernstfall. Hier gehen die hauptberuflichen Feuerwehrmänner gerade gegen einen "Flash Over" vor. Foto: RPO

Mit geübten Handgriffen tastet Oliver Klose die Stahltür ab, überprüft, wie warm sie ist und, ob sie sich gefahrenlos öffnen lässt. Seine beiden Kollegen Andreas Kemmann und Stefan Weisweiler vom hauptamtlichen Löschzug Wermelskirchen stehen in Alarmbereitschaft hinter ihm – das Strahlrohr fest im Anschlag. Auf ein Zeichen öffnet Klose die Tür, literweise Wasser schießt aus dem Strahlrohr, während sich der Löschtrupp langsam Schritt für Schritt vorwagt.

Im Ernstfall wüssten die drei Feuerwehrmänner nicht, was in den nächsten Minuten auf sie zukommt, doch in der Brandsimulationsanlage, die sie gerade betreten haben, läuft alles nach einem ganz bestimmte Schema ab, wie Brandinspektor Martin Rimroth erklärt: "Wenn die Jungs gleich die Treppe runter kommen, werden sie mit dem ersten Brandherd konfrontiert".

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Zahlen und Fakten

Die Brandsimulationsanlage wird das Wochenende auf dem Gelände der Wermelskirchener Feuerwehr stehen und die kommenden drei Tage von morgens 8 bis abends 19.30 Uhr im Dauereinsatz sein. Angemeldet haben sich 400 Feuerwehrleute aller Wehren des Rheinisch-Bergischen Kreises, wobei nur etwa die Hälfte die Übung absolvieren können. Die Anlage ist acht Jahre alt und hat 600 000 Euro gekostet.

Wie aufs Stichwort züngeln sich ersten Flammen durch die Treppenstufen, versperren dem Löschtrupp den Weg. Anschließend gilt es, auf der 42 Quadratmeter großen Übungsfläche, noch drei weitere Brände zu löschen – unter Atemschutz, bei Temperaturen zwischen 50 und 100 Grad sowie einer stark eingeschränkten Sicht.

20 Minuten Schwerstarbeit

"Ziel ist es, die Jungs für den Ernstfall fit zu machen, sie unter Stress zu setzen, um zu überprüfen, ob sie das theoretisch Erlernte auch in die Praxis umsetzen können", erklärt Pepe Blaul, der das ganze Jahr mit der Brandsimulationsanlage unterwegs ist. Und dafür gibt der Feuerwehrmann in seiner Schaltzentrale alles: Immer wieder lässt er per Knopfdruck die Flammen züngeln, entzündet ein gerade gelöschtes Feuer wieder neu.

Bis zu 20 Minuten dauert eine Übung für die Löschtrupps vom Einstieg übers Dach bis zum Ausstieg. 20 Minuten, die für die Feuerwehrleute im wahrsten Sinne des Wortes schweißtreibende Arbeit bedeuten. "Das ist echte Schwerstarbeit, die die Jungs da leisten", erklärt Blaul und zeigt mit dem Finger durch die Plexiglasscheibe auf den Löschtrupp, der kniend das Feuer bekämpft und bemüht ist, dass ihm der Rückweg nicht abgeschnitten wird. Denn das, so Blaul, wäre das Schlimmste, was den Feuerwehrleuten passieren könnte.

Oliver Klose, Andreas Kemmann und Stefan Weisweiler von der Wachabteilung C meistern unterdessen alle Anforderungen mit Bravour. "Solche Übungen kann man gar nicht oft genug machen", ist sich das Trio einig, "auch wenn die Bedingungen nicht ganz realistisch sind." Körperlich anstrengend war die Übung für die Drei aber alle Male: "Man ist verschwitzt, weil sich unter den Klamotten ein Hitzestau bildet. In der Anlage ist es mächtig warm, zudem ist die Verständigung und die Sicht sehr schwierig", bringt Andreas Kemmann seine Erfahrungen und Eindrücke auf den Punkt.

Quelle: RP

 
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