Serie: Kurz-Urlaub: Unbekanntes Wermelskirchen
VON BERND GEISLER - zuletzt aktualisiert: 05.08.2011 - 10:30Wermelskirchen (RP). Die ausgebildeten Stadtführer eröffnen einen ungeahnten Blick auf Wermelskirchen, das auch Berühmtheiten wie Carl Leverkus hervorgebracht hat. Historische Stadtführungen sind lehrreich, aber auch unterhaltsam.
Im Kurzurlaub die nähere Umgebung erkunden - da kommt eine Stadtführung genau richtig. „Wermelskirchen sehen, darüber viel hören und davon erzählen“: Der Kurzurlauber, der die Autobahn an der Anschlussstelle „Schloss Burg/Wermelskirchen“ verlässt, mag leichtfertig versucht sein, Wermelskirchen rechts liegen zu lassen. An den Sonntagen 7. August und 4. September sollte er sich stattdessen der Historischen Stadtführung anschließen. Wer weiß schon, dass aus Wermelskirchen durchaus hätte Leverkusen werden können? Dass es in Wermelskirchen rollt? - Fast jede zweite Rolle weltweit wird hier produziert. Dass ihre Schuhproduktion bis in die 1960er Jahre ganz vorne in Europa mitwanderte? Dass das Wasser in Wermelskirchen aus Deutschlands zweitgrößter Trinkwassertalsperre besonders gut schmeckt?
Da nimmt sich die Tatsache eher bescheiden aus, dass Deutschlands höchster Naturweihnachtsbaum anno 1870 in Wermelskirchen gepflanzt wurde. Historische Stadtführungen durch diese Kleinstadt im Naturpark Bergisches Land wecken Vergangenes und Überliefertes, erinnern an Geschichte und erzählen Geschichten. Und so ganz nebenbei hört der Besucher lustige und besinnliche Anekdoten von früher - bevor sie in Vergessenheit geraten.
Tipp: Was ist das „Stuckepöttchen“? Die Mitglieder der Interessengemeinschaft der Wermelskirchener Stadtführer wissen Bescheid. Ausgebildet und zertifiziert von der Volkshochschule Bergisch Land in Zusammenarbeit mit dem Bergischen Geschichtsverein öffnen sie den Besuchern die Augen: mit Sinn für Details, kuriose Episoden und beflügelnde historische Marksteine. Der neugierige Teilnehmer einer solchen Historischen Stadtführung lernt nicht nur Wermelskirchen von einer Seite kennen, die ihm auf dem ersten Blick verborgen ist.
Die vielfältigen Informationen zur Stadt und ihrer Geschichte, zu den Denkmälern und zu berühmten Persönlichkeiten sowie Lehrreiches und Amüsantes machen neugierig auf mehr: Stadtführungen zu besonderen Themen, verteilt über das ganze Jahr. Wie „Vom Galgengang bis zur Tuchfabrik“, „Alte Geschäftsfamilien“, „Nachtwächterführung“ und „Auf den Spuren der Schuhindustrie“.
Kindern erzählt die Kirchenmaus Susi, wie sich das Leben früher in Wermelskirchen abgespielt hat. Damals gab es zwar noch keinen Strom und fließendes Wasser - dafür aber viele Tiere auf Du und Du mit dem Menschen. Und wer der traditionsreichen Wermelskirchener Herbstkirmes - von Freitag, 26. August, bis Dienstag, 30. August - einen Besuch abstatten möchte, kann sich darauf einstimmen: eine Woche vorher am Sonntag, 21. August mit einer Führung über alte und neue Kirmesplätze und den dazu passenden Anekdoten.
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