Wermelskirchen: Untere Eich bald leergefegt
VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 18.10.2008Wermelskirchen (RPO). Stimmung im Einzelhandel ist schlecht. Es fehlen Fachgeschäfte. Anlieger beklagen mangelnde Sauberkeit. Schwanenplatz mit zu wenig Aktionen. WiW will jetzt ein Konzept für Attraktivitätssteigerung erarbeiten.
Die Worte waren hart, die gestern Morgen im WiW-Büro fielen: „Die Innenstadt ist eine geteilte Innenstadt. Der Schwanen ist längst ein eigener Ortsteil.“ – „Gegenüber vom Ladenhof Eich sieht’s aus wie in Klein-Russland.“ – „Bier trinkende Jugendliche und Hundekot auf den Bürgersteigen schrecken ab.“
Der WiW-Vorstand hatte zwei der betroffenen Einzelhändler und Gewerbetreibenden der Eich zum Pressegespräch eingeladen, um die Stimmung wiederzugeben, die derzeit auf der gesamten Eich herrscht: Sie ist schlecht. Denn mit dem Durchstich Eich hat besonders die untere Eich an Frequenz verloren. Zwölf Gewerbetreibende und Dienstleister gibt es noch.
Ernüchternd
Die erste Ernüchterung erlebte WiW bei den Gesprächen mit den Ladenlokal-Vermietern auf der Eich. „Wir haben mit allen Eigentümern gesprochent“, so Niehaves. Ideen waren nicht vorhanden. Und die Vermieter seien oft selbst ratlos. Schnütgen sagte deutlich, dass den Mietern finanziell entgegenkommen werden müsste. „Wenn ein Händler eine schlechte Frequenz in Kauf nimmt, kann man nicht die gleiche Miete wie auf der Kölner Straße verlangen.“
Dem gegenüber stehen sieben Geschäfte leer. Es fehlen die Anziehungspunkte – und da will WiW jetzt ansetzen. Denn die Betroffenen sind letztlich ihre Mitgliedern. „Und denen wollen wir helfen“, so der ehrenamtliche Geschäftsführer Prof. Dr. h.c. Heinrich Niehaves.
Ergebnis eines Gespräches mit rund 20 betroffenen Anliegern ist: Die Unzufriedenheit der Einzelhändler sei rübergekommen; es wird keine adhoc-Lösung geben, aber bis Januar will WiW ein Konzept vorlegen, wie dem Handel und den Dienstleistern auf der gesamten Eich geholfen werden soll.
„Das Konzept soll mit dem Einzelhandel erarbeitet werden. Dann werden wir darüber auch mit der Stadtverwaltung sprechen, denn nur gemeinsam können wir dort unten etwas bewirken“, so Niehaves. Hotelier Klaus Willumat wie auch Ihlan Bielefeld sprachen gestern Tacheles. Es fehlen attraktive Fachgeschäfte wie zum Beispiel eine Wäscherei, Blumenhändler, Schusterei, ein kleines Café, Eisdiele oder auch Modegeschäfte.
„Wir brauchen hier Anziehungspunkte, damit die Bürger auch auf die untere Eich zum Flanieren kommen“, so Willumat. Auch an der Sauberkeit mangele es: „Wo Hundekot ist, Bier trinkende Jugendliche rumstehen oder Hunderte von Kippen rumliegen, da kommen keine Bürger hin“, so Willumat.
Friseurmeisterin Ihlan Bielefeld hat inzwischen festgestellt, dass es schwer sei, gemeinschaftlich etwas zu machen. Deshalb seien WiW und Stadtverwaltung hier gefordert, meinte sie. Fehlende Sauberkeit und zuviel Müll nannte sie als abschreckende Beispiele. Und: „Warum wird der Schwanenplatz nicht vielmehr genutzt?“ Bei Aktionen der „Innenstadt“ sei der Schwanenplatz zu wenig eingebunden. „Deshalb sind die Einzelhändler schon etwas säuerlich.“
WiW-Vorsitzender Johannes Schnütgen betonte, dass eine Lösung nur über eine gemeinsame Initiative möglich sei. Vorschläge wie ein kleiner Alternativ-Weihnachtsmarkt auf der untere Eich/Schwanenplatz werden mit in die Ideensammlung eingehen.
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