Wermelskirchen: Velbert:Rat will Stock abwählen
VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 15.03.2008Wermelskirchen (RPO). Bekommt die Bilderbuchkarriere der ehemaligen Wermelskirchener RPA-Leiterin Mechthild Stock einen Dämpfer? Es liegt ein interfraktioneller Abwahlantrag vor. Stock spricht vom hochgekochten „Politikum“.
Als die in Wermelskirchen erfolgreiche Leiterin des Rechnungsprüfungsamtes, Mechthild Stock, 2005 als Kämmererin und Beigeordnete nach Velbert wechselte, sprach alles für eine Bilderbuchkarriere. Zumal sie auch als ausgezeichnete Fachkraft für das Neue Kommunale Finanzmanagement galt, das seither in allen Kommunen in NRW eingeführt wird und inzwischen auch in Wermelskirchen zum Tagesgeschäft gehört. Doch diese Karriere könnte am 28. April abrupt enden. Ein interfraktioneller Abwahlantrag liegt dem dortigen Bürgermeister vor. 51 von 58 Ratsmitgliedern haben ihn unterschrieben.
„Wir haben sie noch nicht abgewählt“, so gestern der CDU-Fraktionsvorsitzende Manfred Bolz im Gespräch mit dieser Zeitung: „Aber wir haben kein Vertrauen mehr.“
Ärger im Bauressort
Mechthild Stock, die eigentlich Dezernentin für Finanzen und Kultur ist, war während einer personellen Vakanz im Verwaltungsvorstand der Stadt Velbert auch zuständig fürs Bauressort. Hier waren zuletzt bei einem Projekt die veranschlagten Kosten von 170 000 auf bis zu 520 000 Euro explodiert, was wohl den Ausschlag für dieses Misstrauensvotum war. Bolz sagte im BM-Gespräch, dass er den Eindruck habe, dass „Frau Stock die Kommunikation in der Verwaltung nicht gesucht“ habe.
Die Beigeordnete bezeichnete im BM-Gespräch alles als „ein Politikum“. Als politische Beamtin sei sie verantwortlich, auch wenn sie nicht selbst im operativen Bereich dieser Projekte tätig gewesen sei: „Das ist sehr hochgekocht“, so Frau Stock gestern. So sei bei dem fraglichen Objekt alles abgestimmt gewesen, als dann in der Umsetzungsphase Bedenken des Denkmalschutzes die Kosten verdoppelten.
Die Wermelskirchenerin war 2005 auf CDU-“Fahrkarte“ ins Velberte Amt gewählt worden und im vergangenen Jahr in die CDU eingetreten. In den vergangenen Monaten war sie nach Informationen unserer Zeitung auch im Gespräch als gemeinsame Bürgermeisterkandidaten von SPD und CDU. Auf eine mögliche Kandidatur in Wermelskirchen angesprochen, drückte sie gestern ihre Verwunderung: „Wissen Sie mehr als ich?“ Mehr wollte sie dazu aber nicht sagen. Dementiert hat sie dies nicht.
Kritische RPA-Leiterin
Mechthild Stock wurde bei der Stadtverwaltung Wermelskirchen ausgebildet und studierte in Köln an der Juristischen Fakultät und an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung. Als Leiterin des Rechnungsprüfungsamtes mahnte sie zum Beispiel beim Bau des Gymnasiums das fehlende Baucontrolling an. Sie kritisierte in einem ihrer jährlichen Bericht auch, dass die Stadtwerke an die BEW „verscherbelt“ worden seien. Zudem hatte sie 2002 einen „Ungleichbehandlung der Gesellschafter“ ausgemacht. Letztlich brachte ihr Bericht die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln gegen den Ex-Bürgermeister Michael Heckmann wegen Untreue und Vorteilsnahme im Zusammenhang mit dem Verkauf der Stadtwerke 2006 ins Rollen. Die Ermittlungen in diesem Fall sind immer noch nicht abgeschlossen.
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