Wermelskirchen: Verärgerung über Oster-Regelung
VON JANINA LENZ - zuletzt aktualisiert: 05.04.2007Wermelskirchen (RPO). Erst durch die Bergische Morgenpost wurden gestern einige Blumenhändler und Konditoren in Wermelskirchen auf die Nordrhein-Westfalen betreffende Neuregelung der Ladenöffnungszeiten aufmerksam. Wie berichtet, dürfen Geschäfte des so genannten „täglichen Kleinbedarfs“ nicht am Ostersonntag, Pfingstsonntag und am ersten Weihnachtsfeiertag öffnen, um die Kirchen zu schützen. So heißt es auch in einem Ende 2006 erlassenen Gesetz. „Es ist für uns nicht möglich, dagegen anzugehen. Natürlich macht sich da Unmut breit, vor allem, da wir am Sonntag geöffnet hätten“, so Jens Koriand vom Stadtcafé. Die Geschäfte könnten seiner Ansicht nach rund um die Uhr geöffnet sein. „Es ist so schade, da an den Feiertagen wirklich viele Menschen unterwegs sind“, bedauert Koriand. Zwar sei er der Meinung, die Neuregelung würde sich herumsprechen, jedoch würden einige Kunden mit Sicherheit vor verschlossenen Türen stehen und große Augen machen.
Schlechter Tausch
Auch die als Ersatz gestattete Öffnung über fünf frei wählbare Stunden am Ostermontag, Pfingstmontag und am zweiten Weihnachtsfeiertag sehen die Betroffenen als schlechten Tausch. „Für uns sind besonders Ostersamstag und -sonntag starke Tage. Ich denke nicht, dass ich das alles an einem Tag wieder einholen kann“, erklärt Hannelore Wischnat von „Hannes Blumenstube“. Die Kunden hätten nichts von der neuen Gesetzregelung gewusst, ist sich Wischnat sicher. Daher werde sie jetzt den BM-Artikel ins Ladenfenster hängen, damit die Kunden auf den geschlossenen Laden am Ostersonntag vorbereitet werden. „Wann kaufen die Leute denn wohl ihre Blumen?“, fragt Wischnat erregt. Es müsse sich zudem darüber Gedanken gemacht werden, wann die Blumen geschnitten werden. „Unser letzter Einkauf ist am Freitag. Es ist doch wohl klar, dass kein Gärtner am Sonntag frische Blumen für den kommenden Tag schneiden wird“, weiß Wischnat. Die Schließung werde daher eine finanzielle Einbuße für das Geschäft bedeuten. Über die Öffnung der Blumenstube am Ostermontag werde noch diskutiert. „Speziell in Wermelskirchen werden einige Geschäfte gar nicht anfahrbar sein, da ja das Radrennen ,Rund um Köln’ stattfindet“, so Wischnat.
Gaststätten nicht betroffen
Wer zum Gaststättenverband gehöre, sei von der Neuregelung nicht betroffen, ist sich Horst Wild sicher. Daher werde das Café Wild als Konditoreicafé auch am Ostersonntag geöffnet haben. „Allgemein wurden aber alle Betroffenen zu spät oder zu schlecht informiert. Es ist einfach viel zu kurzfristig“, beklagt auch Wild.
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