Kommentar: Warmes Wasser für Kleinkinder
VON UDO TEIFEL - zuletzt aktualisiert: 14.08.2009Kommentar (RPO). Öffnungszeiten hinken hinterher
Das neue Hallenbad wird ja richtig schnuckelig. Auch wenn die Besucher bis November mit dem Umkleide-Provisorium zu tun haben. Doch darüber kann man hinwegsehen. Denn: Den Bürgern wird ihre Sportmöglichkeit erhalten. Nur das zählt. Und: Dass hier vielen Familien etwas geboten wird. Wenn jetzt noch zusätzlich die Wochenend-Öffnungszeiten familienfreundlicher gestaltet werden, dürften alle zufrieden ganz sein.
Lob aber auch fürs ehrenamtliche Engagement in Dabringhausen. Nur: Wenn die Aktiven schon klagen, dass selbst die Dabringhausener nicht mehr so regelmäßig kommen wie früher – was soll man da noch tun? Hier sollten Förderverein und Stadt das Augenmerk auch auf die Wermelskirchener im Stadtkern legen. Die gehen sicher ins Eschbach-Freibad, weil die Verkehrsanbindung viel besser ist. Da muss für 2010 wieder etwas getan werden. Denn noch solche Sommer, und auch dieses herrliche Bad steht auf der roten Liste.
Als vor zwei Jahren die Stadtverwaltung Kostenvorschläge fürs Kinderplanschbecken vorlegte, zuckte Franz Steuper (Freibad-Förderverein Dabringhausen) zusammen. 250 000 Euro sollte dies kosten. Gestern zog Steuper im Freibad stolz Bilanz und überreichte offiziell der Stadt nicht nur ein prächtiges Planschbecken, sondern auch eine neue Solaranlage: "Das hat gerademal 20 Prozent von dieser Summe gekostet."
2008 erfreuten sich schon viele Kinder an dem Planschbecken. Doch das Wasser erreichte selten eine Temperatur über 20 Grad Celsius. "Das war einfach zu kalt." Deshalb wurde die Solarheizung gebaut. "Bis zu 25 Grad können wir es aufheizen", so Badleiter Joachim Hagenbücher.
Der Wert der Anlage wird auf etwa 4000 Euro beziffert. Gespendet von der Dabringhausener Firma Horn. Roland Stark verlegte ehrenamtlich die Leitung von der 4 Quadratmeter großen thermischen Solaranlage bis ins Steuerhäuschen. Ekkehard Horn: "Die Hersteller haben mich aber auch unterstützt."
Großes Lob gab's dann gestern von Steuper, bekannt dafür, dass er mit Kritik an der Stadtverwaltung nicht hinterm Berg hält, für die Stadt: "Die Zusammenarbeit war sehr gut." Bürgermeister Eric Weik horchte auf und antwortete im gleichen Tonfall: "Ich habe den Eindruck, das Bad wird jedes Jahr schöner."
Einig sind sich Steuper und Weik, dass nicht weiter "geklotzt werden" könne, aber die Leute dem Bad fern blieben. "Das, was der Förderverein hier getan hat, ist ein gutes Signal in einer schwierigen Zeit." Es mache aber keinen Sinn, mit vielen Spenden für Auswärtige ein Bad anzubieten, während die Dabringhausener nicht im eigenen Freibad schwimmen gehen würden.
Unterkriegen lassen will sich Steuper aber davon nicht. Sein nächstes Ziel: "Wir brauchen noch eine Schaukel." Das Kinderplanschbecken, das auf einem Betonsockel steht, bekommt auch noch eine Fallschutzmatte.
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