Wermelskirchen: Wasserschlacht und Reisregen
VON KRISTINA DE GIORGI - zuletzt aktualisiert: 27.02.2009Wermelskirchen (RPO). Der kleine Saal der Katt sieht aus, als hätte ein Tornado kurzen Prozess gemacht: Überall liegen Konfetti und Reis, Klopapier verwandelt Sitze und Gänge in eine Art Winterlandschaft und auf dem Boden bilden sich kleine Wasserpfützen. Doch keine Angst, hier ist alles unter Kontrolle, denn kein Tornado, sondern die "Rocky Horror Show" fegte hier gerade über die Bühne. Und das im wahren Sinne des Wortes.
Vorstellungen
Weitere Vorstellungen der "Rocky Horror Show" sind am 27. und 28. Februar. Hierfür sind nur noch sehr wenige Karten erhältlich.
Anfragen an die Katt, Tel. 7 24 00.
Das Team um die beiden Regisseure Andreas von Drach und Thomas Ehl musste bereits zum zweiten Mal auf die Bühne der Katt, und wieder sind für die Veranstaltungen nur noch vereinzelt Restkarten erhältlich. Die Geschichte um Frank' N' Furter zieht in ihren Bann und das schon seit 1973. Es glitzert und blinkt im Publikum, denn viele sind kostümiert. Natürlich haben sie Zeitungen, Wasserpistolen, Reis und Klopapier mitgebracht, um an den richtigen Stellen Interaktivität zu schaffen.
Die Geschwister Sylvia Vett und Biggi Pollmeier sind bereits in der Pause restlos begeistert. Die beiden kamen extra aus Köln und Bergisch Gladbach zur Show. Sie sind waschechte Fans der "Rocky Horror Show", haben den Film "schon mindestens 20 Mal gesehen", so Vett. Hinzu kommen zahlreiche Theateraufführungen. "Wir haben DVD und CD zuhause, und hören die Musik eigentlich täglich", gesteht Pollmeier begeistert. Kein Wunder, dass sie da alle Texte sicher mitsingen können. "Meine Schwester hat mich damals mitgenommen", erinnert sich Vett. "Da war ich 15 und sofort der Show verfallen." Die Adaption in der Katt finden beide hervorragend. Und da waren sie nicht die einzigen.
"Es fiel uns sehr leicht vor diesem Publikum zu spielen", lobte Armin Himmelrath alias Frank' N' Furter das Publikum. Der Spaß war den Darstellern anzusehen, ebenso Musikern und Tänzern, denn hier kam nichts vom Band. Besonderes Schmankerl: von Drach und Ehl bauten lokale Bezüge in das Stück ein. So wurde Frank' N' Furters Schloss schnell Schloss Burg und Dr. Everett Scott war der Dezernent von Bürgermeister Eric Weik.
"Eine klasse Idee"
Und wie kam das bei hartgesottenen Fans an? "Eine klasse Idee, absolut toll", befanden Vett und Pollmeier. Und auch das "heimische" Publikum zollte den geschickten Einflechtungen lachend Applaus. Belohnt wurde die wahrlich hervorragende Inszenierung mit langen Ovationen des gesamten Publikums. Die Besucher warteten keine Minute nach dem Schlussakkord, standen auf und sangen und tanzten mit dem Ensemble den "Time Warp".
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