Kommentar: Weik will wissen, wohin die SPD denn jetzt geht?
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 13.10.2009Kommentar (RPO). Ein Stellvertreter muss loyal sein
"Ist die SPD für Bilstein etwa Troja?", fragt sich Bürgermeister Eric Weik nach Bilsteins Vergleich und verwundert sich: "Herr Bilstein spricht in seinem Brief die ganze Zeit über Krieg. Ich meinerseits habe nie Krieg geführt, im Gegenteil, der SPD und der CDU nach der Wahl meine Hand gereicht", erinnert Weik. Bilstein schreibt aber: "In den vergangenen Monaten hat es Verletzungen auf allen Seiten gegeben. "Die müssten zuerst heilen, bevor man "Worten und Taten anderer wieder Vertrauen entgegenbringen kann".
Konfliktreiches Verhältnis
Bilstein schreibt Weik, dessen Friedensangebot dürfe kein Diktatfrieden sein, dem die SPD nach dem Prinzip "Vogel friss oder stirb" folgen müsse. Und wenig hilfreich sei die Behauptung, die SPD habe dem Bürgermeister Hass entgegengebracht. Denn der Begriff Hass beschreibe das sicherlich konfliktreiche Verhältnis zu Weik nicht einmal ansatzweise. Doch auch diese Passage wirft für Weik wiederum die Frage auf, was Bilstein denn eigentlich meint.
Weik sagt dazu: "Zwar schreibt Herr Bilstein am Schluss seines offenen Briefes, dass er damit den Bürgern klar machen will, wohin die SPD-Fraktion in den nächsten Jahren gehen wird. Aber Bilstein erklärt mit keinem einzigen Wort, wohin die SPD denn nun geht", analysiert Weik den übrigens nicht unterschriebenen Brief Bilsteins. Im Übrigen stelle sich die Bürgermeister-Stellvertreterfrage nicht so einfach dar, wie sie Bilstein sehe, sagte Weik der BM. Denn die CDU sei nach der Ablehnung der SPD nun keineswegs automatisch am Zuge, da die beiden Stellvertreter nach der Gemeindeordnung in einem Wahlgang bestimmt und für den Zweiten auf der Liste immer nur die Hälfte der Stimmen gezählt werden.
Eine ganz besondere Anforderung muss ein Stellvertreter oder eine Stellvertreterin des Bürgermeisters erfüllen: Absolute Loyalität. Denn der Stellvertreter ist Repräsentant der Stadt und darf dieses Amt nicht missbrauchen, um die Interessen seiner Partei bzw. Fraktion zu verfolgen. Sollte die CDU nun zum Zuge kommen, weil die SPD es Christel Reetz verwehrt, wieder Stellvertreterin zu werden, dann wird es schwer für die Christdemokraten, einen passenden Kandidaten zu finden.
Denn ein der bereits für dieses Amt "gehandelte" CDU-Mann ist durch sein offen-ungefiltertes Wort bekannt und würde auf einem Termin sicherlich auch schon mal so oder ähnlich plaudern: "Ich komm' zu euch, weil der Weik keine Lust hat." Der andere in CDU-Kreisen alternativ ausgeguckte Kandidat müsste das Amt aber als "Ruhestandsbelobigungs-Pöstchen" verstehen, womit ihm und vor allem den Anforderungen dieses Amtes nicht gedient wären.
Aber vielleicht wird's Christel Reetz ja "irgendwie" doch noch!?
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



