Wermelskirchen: Wenn das Herz nicht rund läuft
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 28.11.2009Wermelskirchen (RPO). Zum Abend über das Thema "Herzvorhofflimmern" kamen mehr als 300 Interessierte ins Bürgerzentrum. Die Ärzte der Inneren Abteilung informierten allgemeinverständlich und anschaulich. Viele Fragen der Patienten konnten gleich vor Ort beantwortet werden.
Was hat Dr. Peter Nowaks erster babyblauer VW-Käfer aus dem Baujahr 1970 mit dem weit verbreiteten Herzvorhofflimmern zu tun? Eine ganze Menge, wie die mehr als 300 Besucher des Krankenhaus-Themenabends im Bürgerzentrum erfuhren.
Denn sowohl der Käfer, der für den damals 18-Jährigen "der erste Schlüssel zu seiner Mobilität war", als auch manches Patientenherz haben unter Umständen zwei Dinge gemeinsam: Der VW-Käfer lief nicht rund. Und auch das Herz läuft nicht rund bei Vorhofflimmern. Auf der großen Leinwand veranschaulichte der Arzt mit Hilfe dieses Bildes für jeden verständlich, was es mit dem Vorhofflimmern als der häufigsten Herzrhythmusstörung auf sich hat. Er war einer der drei Rerenten dieses bereits dritten Themenabends der Inneren Abteilung in diesem Jahr.
Marcumar-Seminar
Auf Wunsch eines Besuchers beim Themenabend im Bürgerzentrum soll das Thema "Blutverdünnung durch Marcumar" aufgegriffen werden. Chefarzt Dr. Volker Launhardt kündigte ein Patientenseminar zu diesem Thema an. Deutlich wurden die Ängste, die bei vielen Patienten mit der Einnahme dieses Mittels verbunden sind, die aber laut Auskunft der Ärzte unbegründet seien.
300 Weckmänner verteilt
Krankenhausgeschäftsführer Christian Madsen und Abteilungs-Chef Dr. Volker Launhardt freuten sich, dass der anhaltend gute Besuch der Veranstaltungen der Inneren Abteilung inzwischen schon zu einer Tradition geworden ist. Der große Saal im Bürgerzentrum reichte nicht aus, die Türe zum kleinen Saal musste geöffnet, weitere Stuhlreihen rund um das Riesenherzmodell mussten aufgebaut werden.
Denn auch 20 Minuten nach Beginn der Veranstaltung strömten immer noch Menschen herbei. Die 300 Weckmänner als "Gruß aus der Küche" konnten Krankenhaus-Chefkoch Volker Ferlemann und sein Team am Schluss problemlos unter die Besucher bringen. Kein Krümelchen blieb davon übrig.
Der Chef der Inneren Abteilung überließ bewusst den Kollegen, vom Assistenzarzt bis zum Oberarzt, die Fachreferate des Abends. Dr. Launhardt moderierte lediglich die Abfolge und lobte die mit viel Applaus begleiteten Beiträge der Ärzte Peter Nowak, Thorsten Wetzel und Michael Kellersohn: "Großartig!", freute sich Dr. Launhardt, der mit dieser Präsentation auch den guten Ausbildungsstand seiner Abteilung demonstrieren konnte.
In Erinnerung bleiben wird den Besuchern das Bild vom babyblauen Käfer: Der lief im Leerlauf mal zu hoch, mal würgte der Motor ab. So kann es auch beim Vorhofflimmern zugehen: Entweder schlägt das Herz "bis zum Hals", also zu schnell, oder zu langsam, oder mal zu schnell und mal zu langsam – jedenfalls nicht im normalen, stetigen Rhythmus von 60 bis 70 Schlägen pro Minute.
Am Herzmodell verdeutlichte Dr. Nowak auch anschaulich, wie diese Rhythmusstörung verläuft: Im Herzen entstehe eine "Rebellion in den Vorhöfen, ein elektrisches Chaos", weil Störzellen durch den Sinusknoten über die Vorhöfe in die Hauptkammern gelangen.
Als Ursachen für diese Störung seien die bekanntesten Risikofaktoren der Bluthochdruck, bereits bestehende Erkrankungen wie Herzmuskelveränderungen, aber auch die Schilddrüsenüberfunktion. Aber auch Rauchen und Alkohol beförderten diese Herzrhythmusstörung, warnte Dr. Nowak.
Aber: Vorhofflimmern könne sich etwa durch ein Angst- oder Hitzegefühl, Luftnot, Schwindel und Beklemmungsgefühle bemerkbar machen, es könne aber auch völlig unbemerkt einhergehen. Doch diese Herzkrankheit sei nicht tödlich, sondern in der Regel durch Medikamente und technische Eingriffe behandelbar, beruhigte Dr. Launhardt und leitete damit zu den weiteren Referenten über.
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