Wermelskirchen: Wer zahlt für die GmbH?
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 10.10.2006Wermelskirchen (RPO). Heinrich Niehaves hat seine Pläne für eine Stadtmarketing-GmbH jetzt allen Fraktionen vorgestellt. Das Meinungsbild ist danach geteilt: Einigen fehlt ein konkretes Konzept, andere wollen für die GmbH sogar werben.
Niehaves kommentiert
Heinrich Niehaves räumt selbst ein, dass er „noch nicht alles auf den Tisch gelegt hat“. Er werde erst mit Bürgermeister Eric Weik am 26. Oktober den ersten Halbjahresplan für die GmbH aufstellen. Den Ausgang dieses Gespräches habe er bei den Fraktionen nicht vorgreifen wollen, sagte Heinrich Niehaves gestern der Bergischen Morgenpost.
„Ich mach’ da Werbung für“, kommentiert WNK UWG-Fraktionsvorsitzender Henning Rehse die Vorstellung der GmbH für Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung, die Heinrich Niehaves und Manfred Maus aus der Taufe heben wollen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Persönlichkeiten wie Heinrich Niehaves und Manfred Maus Blödsinn machen“, meint Rehse. Er habe aus seinem Berufsleben auch Kenntnisse im Marketing: „Für mich ist das schlüssig und plausibel“, sagt Rehse zu den GmbH-Plänen.
Heinrich Niehaves hat jetzt seine Vorstellungsrunde für die geplante GmbH auch bei den Bündnis-Fraktionen und bei den Grünen beendet. Das Meinungsbild ist danach in diesen Fraktionen aber sehr geteilt: Einigen fehlt die Konkretisierung in Niehaves’ Vortrag, viele Fragen seien noch offen. Andere wie Henning Rehse sind schlichtweg begeistert von den GmbH-Plänen.
Noch keine Entscheidungsbasis
Doch auch Bürgermeister Eric Weik wartet noch auf eine Konkretisierung, die Vorlage des GmbH-Konzeptes, wie er der BM sagte. Er halte eine Marketing-GmbH zwar nach wie vor für eine gute Idee, vor allem auch wenn sich Industrie, Einzelhandel und Stadtsparkasse „in ein Boot“ holen ließen. Für ihn persönlich seien aber noch etliche Fragen zu klären, wie beispielsweise: „Wie beteiligen sich die Firmen und die Stadtsparkasse finanziell an der GmbH und welcher Anteil bleibt an der Stadt hängen?“, fragt Weik. Er warte jetzt noch auf das offizille Feedback der Fraktionen nach der letzten Vorstellungsrunde. Während Heinrich Niehaves den Fraktionen den 1. November als Starttermin für die Arbeitsaufnahme der GmbH genannt hat, gibt sich Weik noch abwartend: „Ich halte den 1. November für einen sehr optimistischen Termin“, meint er.
Abwartend sei auch die Haltung von Bündnis 90/Die Grünen nach der GmbH-Präsentation, betont Fraktionsvorsitzende Jutta Paulig. Grundsätzlich halte ihre Fraktion eine Marketing-GmbH für eine gute Sache, aber ihr fehle die Konkretisierung beispielsweise in der Frage, in welchem Umfange sich die Stadtverwaltung finanziell beteiligen solle. Die Vorstellung habe noch keineswegs so viel erbracht, dass die Fraktionen jetzt auch Entscheidungen fällen könnten, beklagt Jutta Paulig.
Wo kommt das Geld her?
Enttäuscht von der GmbH-Präsentation zeigt sich Friedel Burghoff. Der BüFo-Fraktionsvorsitzende hatte die Versammlung geleitet: „Sein Konzept hat uns Heinrich Niehaves nicht auf den Tisch gelegt“, bedauert Burghoff. So sei unter anderem die Frage offen geblieben, wie die 80 000 bis 100 000 Euro jährlich für eine hauptamtliche GmbH-Kraft und die 25 000 Euro als Gesellschaftskapital beschafft werden sollen, bedauert der Fraktionsvorsitzende des Bürger-Forums.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



