Wermelskirchen: Wie im richtigen Leben . . .
VON WERNER JANUSZEWSKI - zuletzt aktualisiert: 03.07.2008Wermelskirchen (RPO). Ein Kinderstadt-Projekt wird unter Leitung von Jessica Jung in der Kattwinkelschen Fabrik umgesetzt. Hier lernen 150 Kinder kennen, welche Zusammenhänge im täglichen Leben und Miteinander eine Rolle spielen.
„Zutritt nur mit Kinderstadtausweis. Erwachsene verboten“ steht deutlich lesbar auf dem Schild, dass am Zaun hängt, der auf dem Parkplatz der Katt den hinteren Teil absperrt. Hinterm Zaun wuseln unzählige Kinder herum. Sie haben offensichtlich einer Riesenspaß.
Da ist eine „Bank“, bei der die Kinder ihre Geldgeschäfte erledigen, da ist eine kleine „Schreinerei“ in der gerade einige Jungs unter fachkundiger Anleitung von Sven Seidel aus Holzbalken ein Fußballtor bauen. „Und da hinten, da haben wir auch einen Vergnügungspark“, berichtet Dominik Domogala stolz und zeigt in die Richtung. Auch in der Katt selber sind viele Institutionen zu finden. An diesem heißen Sommertag sicher eine der Wichtigsten: das Restaurant. Die jungen Gastwirte sorgen hier dafür, dass die Kinder alle genug Flüssigkeit bekommen – wichtig bei fast 30 Grad Außentemperatur.
Kinderstadt
Zum Abschluss des Kinderstadt-Projektes findet am 11. Juli, 15 Uhr, ein großer Markt statt. Hier werden alle Dinge präsentiert, die in den zwei Wochen entstanden sind. Zum Beispiel der selbst gedrehte Trickfilm des Filmstudios.
„Diese Kinderstadt ist eine kleine Stadt für Kinder, in der es wie in einer richtigen Stadt zugeht“, sagt Jessica Jung. Die Diplom-Sozialpädagogin hat ein Konzept für eine Kinderstadt an Wermelskirchener Bedürfnisse angepasst. Zwei Wochen lang wird es nun in der Katt umgesetzt.
Auch Politik machen
Da werden auch Stadtverwaltung und Politik nicht außen vor gelassen. Die 150 teilnehmenden Kinder mussten sich am Montag beim Kinderstadt-Einwohnermeldeamt anmelden, bekamen ihren Stadtausweis. Und weil sie auch den Zusammenhang zwischen Lohn und Arbeit lernen sollen, mussten sie sich einen Job suchen. Das konnten sie in verschiedenen Werkstätten wie Schreinerei, Schneiderei, Bank, Bürgeramt, Reisebüro, Restaurant, Beauty Salon, Stadttheater oder Schmuckwerkstatt tun. Auch ein Filmstudio, eine Zeitung und eine Malerei boten Jobs. Überall können sie die Katt-Taler verdienen, die sie benötigen, um ins Kinderkino oder Restaurant, in den Freizeitpark oder das Stadttheater gehen zu können. Auch Ausflüge und Reisen kann nur buchen, wer genügend Taler hat.
Wie im richtigen Leben braucht eine Stadt auch einen Bürgermeister. Der wurde am Dienstag gewählt. Und da schien es gestern früh doch nach einem Skandal „zu riechen“. Gerüchte gingen um: einer der 14 Kandidaten fürs höchste Stadtamt habe Stimmen gekauft, hieß es. Doch es stellte sich heraus: eben nur ein Gerücht. WahlsiegerFinn Klophaus hatte nur engagiert und geschickt mit Wahlplakat und Reden Werbung für sich gemacht: „Wählt Finn Klophaus! Er macht die Stadt gut. Und erfüllt eure Wünsche“ steht auf seinem Plakat.
Am Freitag wird Finn Klophaus zusammen mit seiner Stellvertreterin Anna Lisa Tuczek beim richtigen Bürgermeister Eric Weik zu Besuch sein. Vielleicht werden dann ja sogar ein paar gute (Wahlkampf-)Tipps ausgetauscht . . .
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