Wermelskirchen: Wiederbelebung „eingebaut“
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 06.09.2008Wermelskirchen (RPO). Im örtlichen Krankenhaus wurde zum ersten Mal ein automatischer implantierbarer Defibrillator (AID) implantiert. Der schwerherzkranke Karl-Friedrich Frowein (77) muss einen plötzlichen Herztod jetzt nicht mehr fürchten.
Einen weiteren großen Schritt in die Zukunft hat die Innere Abteilung des Krankenhauses jetzt getan: Erstmalig wurde dort einem Patienten ein so genannter automatischer implantierbarer Defibrilator, ein AID-Schrittmacher eingesetzt. Dieser soll Risikopatienten vor dem plötzlichen Herztod bewahren. Der 77-jährige Karl-Friedrich Frowein, der wegen seiner schweren Herzerkrankung schon lange Patient im örtlichen Krankenhaus war, hat am Donnerstag als Erster den AID-Schrittmacher von Chefarzt Dr. Volker Launhardt und Oberarzt Andreas Neise implantiert bekommen. „Mir geht es gut, ich habe keine Beschwerden“, sagte er gestern am Tag nach dem Eingriff. Und die beiden Kardiologen bestätigten, dass die Operation reibungslos und schnell, schonend unter lokaler Betäubung abgelaufen ist.
AID-Schrittmacher
Der AID-Schrittmacher schützt gegen langsame und schnelle Herzrhythmusstörungen. Er ist ein Defibrilator im Kleinen, der wie andere Schrittmacher unter die Haut implantiert wird. Halbjährlich wird der AID kontrolliert und die mitlaufenden EKG-Aufzeichnungen werden ausgewertet.
20 Prozent mehr Fälle
Für die Innere Abteilung des Krankenhauses ist die neu geschaffene Möglichkeit der Implantation von AID-Schrittmachern eine weitere Steigerung des Leistungsspektrums: Dies betont Geschäftsführer Christian Madsen. Und Dr. Neise fügt hinzu: „Für ein Krankenhaus unserer Größenordnung ist dies etwas Besonderes.“ Der AID-Schrittmacher sei die Fortsetzung des Konzeptes, das vor fünf Monaten mit dem neuen Chefarzt Dr. Volker Launhardt in dessen Abteilung begonnen worden sei, sagte Madsen. Deshalb sei dort auch das Fachärzte-Team erweitert worden: Neben dem Chefarzt gibt es aktuell in der Inneren Abteilung jetzt die Oberärzte Dr. Andreas Neise, Dr. Alfred Möllers, Dr. Barbara Schüller und Dr. Alexander Schlichter. Diese Experten für Kardiologie, Gastroskopie und innere Intensivmedizin bilden insgesamt sieben Assistenzärzte aus.
Dies alles steigere die Attraktivität der Abteilung, wie es auch die Fallzahlen belegten: „Wir haben in diesem Jahr schon eine Steigerung der Fallzahlen um mehr als 20 Prozent“, freut sich Dr. Launhardt. Allerdings könne er noch keine Aussage darüber machen, wie viele Patienten künftig für einen AID-Schrittmacher in Frage kämen: „Es können nur ausgewählte Patienten mit koronarer Herzerkrankung, Herzschwäche und Herzinfarkt sein“, betont der Chefarzt, der in seiner vorherigen Klinik in Bochum allerdings schon reiche Erfahrung mit der Implantation der AID-Schrittmacher gewonnen hat. Daher weiß er auch, dass die Krankenkassen bei entsprechender Indikation das nicht eben preiswerte Gerät und die komplette Vor- und Nachsorge übernehmen. Die beiden Kardiologen Dr. Launhardt und Dr. Neise betreuen denn auch alle Schrittmacher-Patienten vor, bei und nach der Implantation. Das gelte ebenso für die neuen AID-Patienten wie für alle andere Schittmacher-Patienten, betonen die Ärzte. Denn die Regel blieben sicherlich nach wie vor die etwa 60 auch bisher schon üblichen Schrittmacher-Implantationen pro Jahr.
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