Wermelskirchen: „Wir sind auf Hinweise angewiesen“
VON WERNER JANUSZEWSKI - zuletzt aktualisiert: 21.11.2007Wermelskirchen (RPO). Nach dem verhinderten Amoklauf in Köln: Drei Verdachtsfälle auf mögliche Gewalttaten habe es in diesem Jahr im Rheinisch-Bergischen Kreis gegeben, erklärte gestern Peter Tilmans, Sprecher der Polizei in Bergisch Gladbach, ohne konkret die Schulen zu nennen, auf BM-Nachfrage.
„Wir haben sie alle sehr ernst genommen und mit höchster Dringlichkeit bearbeitet. Polizeibeamte führten umgehend Gespräche mit den Betroffenen, und auch das Innenministerium wurde jeweils informiert. „Glücklicherweise zeigte sich in allen drei Fällen, dass es kein konkretes Gefährdungspotenzial gab“, erläuterte er weiter. In allen Fällen hätten Zeugen, nachdem sie Verdächtiges beobachtet hatten, die Polizei informiert. „Auf solche Hinweise sind wir unbedingt angewiesen“, betont Tilmans und appelliert an Schüler, Eltern und Lehrer, sich vertrauensvoll an die Polizei zu wenden, wenn es Auffälligkeiten gibt.
2005 eine Bombendrohung
Ein Amoklauf an einer Schule ist ein Schreckensszenario, das auch in Wermelskirchen beunruhigt. Allerdings arbeiten die Schulleitungen inzwischen noch enger mit der Polizei, speziell den Bezirksbeamten, zusammen. So ist’s auch am Berufskolleg Bergisch Land, das am 27. Oktober 2005 von einer Bombendrohung betroffen gewesen war. Christina Thiel, die Sekretärin des Berufskollegs, war am Telefon, als der Drohanruf um 7.55 Uhr kam. Eine Bombe wurde damals jedoch nicht gefunden. „Wir sind relativ nahe an den Schülern dran. Ich hoffe, dass das hilft“, sagt der amtierende Schulleiter Hermann Kuhlmann, ist sich aber auch klar darüber, „dass man keinem Menschen in den Kopf schauen kann“.
Konkrete Ansprechpartner
Ähnlich sieht’s Bernhard Meier, Rektor der Realschule. „Wir haben bei der Polizei konkrete Ansprechpartner, es gibt Notfallpläne – und ich hoffe, dass alle Lehrer sensibel für das Thema und darum auch entsprechend aufmerksam sind“, sagt Meier. Er fügt an: „Wir bemühen uns, keinen unserer Schüler alleine zu lassen und ihnen im Bedarfsfall zu helfen.“ Bezirksbeamte der Polizei pflegen den engen Kontakt auch zur Hauptschule. Rektor Gebhard Lehr: „Sie kommen regelmäßig zu uns, sind akzeptierte Ansprechpartner für Lehrer und Schüler. Und wenn mal was ist, wird nicht gleich die große Keule hervorgeholt, sondern mit Fingerspitzengefühl das Problem behandelt.“
Notfallpläne gibt es an der Hauptschule ebenso, wie am Gymnasium. „Mit den Bezirksbeamten wurden alle Dinge für den Notfall besprochen“, sagt die amtierende Schulleiterin Elke Bergmeister. Und auch präventiv werde man an der Schule tätig – unter anderem durch die Streitschlichter.
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