Wermelskirchen: "Wir werden keine Rückwanderer"
zuletzt aktualisiert: 12.03.2009Wermelskirchen (RPO). Frische bergische Bratwurst und Fleischwurst mussten unbedingt wieder mit zurück an den Gardasee. Denn nicht alles bekommen Hasi und Didi in Bella Italia. Umso mehr plagt sie dann schon mal der Heißhunger auf "etwas Handfestes" aus Deutschland. Doch Wehmut kam bei dem kurzen Heimatbesuch gestern nicht auf: "Wir sind eigentlich froh, wenn wir schnell wieder zurückkönnen", betonen Hasi und Didi. Denn am Gardasee locken bereits Mittagstemperaturen von 25 Grad.
Auch startet die Touristensaison dort im nächsten Monat: "Es war für uns jetzt die letzte Gelegenheit, noch mal kurz nach Deutschland zu fahren", berichten die Leithäusers. Problemlos wurde denn auch ihr "ständiger Begleiter", der Imbisswagen, vom deutschen TÜV abgenommen. Onkel und Tante in München, die Eltern in Düren und Remscheid freuten sich über die kurzen Besuche der beiden vielbeschäftigten Wahl-Italiener: "In Deutschland sind wir jetzt die Italiener, aber in Italien die Deutschen", schmunzelt Anke Leithäuser. Denn in der deutschen Gemeinschaft rund um den Gardasee haben Hasi und Didi schon einen großen Bekanntenkreis gefunden.
Für April hat sich dann auch wieder Vox-TV zum Drehen für die Doku-Serie "Goodbye Deutschland" angesagt. "Wir werden auf jeden Fall nicht zu den Rückwanderern gehören", machen Anke und Dirk Leithäuser klar. Denn auch solch eine Doku läuft inzwischen gleich bei mehreren Sendern.
Vor der ersten richtigen Saison
Als die Beiden vor einem Jahr zu Ostern Wermelskirchen verließen, da ging es Dirk Leithäuser gesundheitlich nicht gut. Er wünschte sich ein stressfreieres Arbeiten. "Das ist uns tatsächlich gelungen", sagt er heute. Zwar sei der Kampf mit der italienischen Bürokratie anfangs nervenaufreibend gewesen, aber: "Wir sind jetzt unser eigener Herr und können und die Zeit selbst einteilen", freut er sich. Vor der ersten richtigen Touristensaison machen sich die Auswanderer denn auch nicht bange: Sie haben inzwischen geübt. "Doch das Geschäft ist niemals planbar", haben die Leithäusers auch erfahren. "Mal wollen an einem Tag alle Pommes essen. Dann hat man am nächsten Tag mehr Pommes eingekauft, aber alle wollen plötzlich Hot-dogs essen", erzählt Hasi.
Mit bergischer Wurst im Gepäck ging es nachmittags dann wieder Richtung Gardasee. Nur der geplante Besuch auf der Rückfahrt bei der Moderatorin Margarethe Schreinemakers musste verschoben werden: "Wir sind aber in ständigem Kontakt und freuen uns, dass es ihr besser geht", betont Didi. Eine Begegnung sei nur aufgeschoben, nicht aufgehoben.
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