Wermelskirchen: Wurst-Pate zur Mafia-Kontrolle
VON GUNDHILD TILLMANNS - zuletzt aktualisiert: 14.05.2008Wermelskirchen (RPO). Schon wieder neue Schwierigkeiten für Anke und Dirk Leithäuser: Ihr italienischer Lizenznehmer für den Imbisswagen muss jetzt noch nach dem Anti-Mafia-Gesetz durchleuchtet werden. Aber ohne Lizenz gibt’s für „Hasi“ und „Didi“ keine Existenz.
„Unverändert bescheiden“ lässt sich der Start der Wermelskirchen-Auswanderer Anke und Dirk Leithäuser alias „Hasi“ und „Didi“ am Gardasee in Italien an. Wieder ist eine Woche vergangen, in der die beiden nur den schönen Gardasee und das sonnige Wetter genießen konnten, aber wegen der immer noch ausstehenden Lizenz für ihren Imbiss-Wagen ihre Bratwürste nicht auf den Rost und an die Touristen bekommen. Denn schon wieder gibt’s neue Schwierigkeiten: Diesmal in Form des Anti-Mafia Gesetzes.
Kioskpächter in Dabringhausen?
Nun ist es zwar nicht so, dass „Hasi“ beabsichtige, die Thüringer Bratwürste mit einem besonders explosiven „Sugo Mafioso“ in Italien einzubürgern. Auch „Didi“ ist es nicht bewusst, in seiner deutschen Vergangenheit irgendwann einmal von der Mafia angeworben worden zu sein. Da sie aber ihren italienischen Freund Marco vom Campingplatz-Restaurant zunächst als Lizenznehmer für ihren Imbisswagen benötigen, muss der sich noch als Einheimischer der „hochnotpeinlichen“ Durchleuchtung nach dem Anti-Mafia-Gesetz unterziehen. „Das soll ungefähr zehn Tage dauern.
Mehr von „Hasi“
Anke und Dirk Leithäuser, also „Hasi“ und „Didi“, sind zu erreichen unter didi_und_hasi@hotmail.de
Wir haben am Donnerstag Marcos Unterlagen eingereicht. Jetzt hoffen wir, dass in dieser Woche endlich die Lizenz bekommen und starten können“, sagt „Hasi“ immer noch optimistisch, denn sie weiß ganz genau, dass Marco zwar für den „Bratfritzen“, aber nicht für die Mafia als pate auftreten will. Einen gewissen „Galgenhumor“ hat inzwischen auch „Didi“ in der unfreiwillig langen Wartezeit nun schon seit Ostern entwickelt: „Guck mal Anke, im Dabringhausener Freibad suchen sie jetzt einen Freibad-Pächter. Wär’ das nichts für uns!“, meinte er strahlend, als er die Internetausgabe der BM mit dem Bericht über die Pächtersuche las. „Aber das hat der Didi nur im Spaß gesagt. Wir geben nicht auf!“, bekräftigt Anke Leithäuser.
Auch hätten sie jetzt „fast sicher“ einen Standplatz für ihren Imbisswagen gefunden, auf dem Parkplatz eines Supermarktes. „Das wäre dann so wie bei uns in Wermelskirchen am Toom-Markt“, meint Anke Leithäuser. Allerdings ist auch dieser Standplatz nur „fast sicher“. Denn da beißt sich die Katze in den Schwanz: Für den Standplatz will der Eigentümer des Supermarktes wiederum zuerst die Lizenznummer für den „Bratfritzen“ haben. Wenn der denn durch die Mafia-Kontrolle kommt...
Werbung beim Bingo-Abend
Doch „Didi“ und „Hasi“ geben die Hoffnung nicht auf: Gestern beim Bingo-Abend hatten sie in der Ferienwohnanlage an „ihrem“ Campingplatz einen Werbeauftritt. Sie verteilten dort an die vielen deutschen Touristen die Flyer für ihr hoffentlich bald als Mafia frei anerkanntes Imbiss-Paradies.
Außerdem spendierten „Hasi“ und „Didi“ für die Tombola zum Bingo eines ihrer legendären knallroten Imbisswagen-T-Shirts mit der schwarzen Aufschrift „Hasi“ und „Didi“: Damit man im Gespräch bleibt...
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