Wermelskirchen - Naturidylle für Wanderer
zuletzt aktualisiert: 16.08.2006 - 12:24Schon die Wanderschuhe geschnürt? Und den kleinen Rucksack gepackt? Auch die Wanderstöcke nicht vergessen? Denn es geht raus in die Natur. Wermelskirchen, im Grünen des Bergischen Landes gelegen, umgeben von drei Trinkwasser-Talsperren, ist ein Eldorado für Naturliebhaber. Und eben Wanderfreunde. Über 200 Kilometer Wanderwege, größtenteils auch gekennzeichnet. Da kann man, quasi in Rufweite der Großstädte Leverkusen, Köln und Düsseldorf sowie des Ruhr-Ballungsraums, abschalten. Durchatmen. Im Grünen zu sich finden.
Die Kleinstadt mit Herz, wie sie gern von den Bürgern genannt wird, verhält sich typisch-bergisch zurückhaltend und wuchert nicht mit diesem Pfund. Darum sind die Wälder nicht überlaufen, gibt’s keine Einbahnstraßen-Wege, auf denen sich die Wanderer die Füße platt stehen. Aber längst hat auch Wermelskirchen erkannt, die Natur als Wirtschaftsfaktor zu sehen: Die Vision einer Outdoor-Arena nimmt Gestalt an: Im Winter beschneite Pisten, im Sommer Rodelbahn und andere Aktivitäten von Wellness bis zum Sport für die ganze Familie.
Wermelskirchen ist die Stadt der Rollen und Räder. Ob Krankenbetten oder Einkaufswagen - fast jede zweite Rolle weltweit wird in Wermelskirchen produziert. Und der Heimwerker-Marktführer Obi und der Werkzeugspezialisten Lux sorgen dafür, dass der Namen der Stadt immer wieder auftaucht – jedenfalls in Fachkreisen.
Dabei war Wermelskirchen einst die Heimatstadt von Dr. Carl Leverkus, der hier seine erste Ultramarinfabrik gründete, später sie dann aber aus räumlichen Gründen an den Rhein verlegte. Eine kleine Plakette am Geburtshaus erinnert an diesen großen Sohn der Stadt. Die Schuh- und Schäfteproduktion war ein weiteres Standbein, doch daran erinnert nur noch ein in Privatinitiative errichtetes Denkmal neben dem ehemaligen bürgerlichen Herrenhaus einer der Unternehmerfamilien.
Fakten:
Fläche: 74,66 Quadratkilometer
Einwohnerzahl: 37.000
Zusammensetzung Stadtrat 62 Sitze, CDU (17), SPD (10), BüFo (10), WNK (9), FDP(9), Grüne (6), Die Linke (1)
Bürgermeister Eric Weik (FDP)
Partnerstädte Forst/Lausitz (Brandenburg), Loches/Touraine (Frankreich),
1150 Erstmals wird der Ort "Werenboldeskirken" erwähnt.
1200 Die romanische Kirche St. Bartholomäus mit Michaelskapelle im Turm wird errichtet.
1630 In der zweiten Hälfte des 30-jährigen Krieges leidet der Ort besonders. Die Bevölkerung geht auf 500 Einwohner zurück. 1876 Die Eisenbahnstrecke Lennep-Wermelskirchen-Opladen wird gebaut.
1945 Wermelskirchen wird kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges als Lazarettstadt erklärt und durch amerikanische Truppen kampflos besetzt.
1975 Die Stadt wird dem Rheinisch-Bergischen Kreis zugeordnet.
1988 Die große Ghünntalsperre wird in Betrieb genommen. Quelle: Stadt Wermelskirchen
Sonstiges www.wermelskirchen.de
Erhalten geblieben ist eine der ehemaligen Fabriken, deren heutige Bestimmung weit über die Stadtgrenzen hinaus wirkt. Das Begegnungszentrum Kattwinkelsche Fabrik. Das gleiche gilt für die viertägige Herbstkirmes mit Krammarkt, wobei sicherlich die Matinee der Höhepunkt ist und Tausende Feierwütige am letzten August-Wochenende in die Innenstadt lockt. Gefeiert wird übrigens gern in Wermelskirchen: Ob in den Hofschaften oder größeren Ortsteilen. Oder beim großen Innenstadt-Fest im Frühjahr, das seinen Ursprung in dem Wunsch der Bürger hatte, endlich eine autofreie Innenstadt zu bekommen. Die steht in Aussicht, denn mit der neuen Umgehungsstraße B51n ist das Wirklichkeit geworden. Gefeiert wird weiterhin. Und mit viel Begeisterung.
Doch nicht nur im Sommer, auch die Vorweihnachtszeit lockt Besucher. Da ist vor allem der Nikolaus-Umzug, der vor allem die Augen der kleinen Kinder zum Leuchten bringt, wenn der Heilige Mann vom Pferd steigt und sein pechschwarzer Geselle ihm folgt und er seine süßen Gaben verteilt. All dies übrigens unterm größten Naturweihnachtsbaum Deutschlands, wie sich die Stadt gern rühmt.
Doch nicht nur Feste und Feten sorgen für Bevölkerungswachstum. Die gesunde Wirtschaftsstruktur und das gute Schulangebot, bald auch als Hochschulstandort, mitten im Naturpark Bergisches Land machen Wermelskirchen nicht nur interessant für Firmen, sondern auch für Menschen, die im Grünen leben wollen. Immer auf dem Sprung vom pulsierenden Leben der Großstadt hinein in die Ruhe. Mit Wanderstock und Rucksack. Oder auch mit Mountainbike. Und vielleicht bald auch mit Skiern.
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