Ich würde das alte Gerichtsgebäude sanieren und erhalten. Welche neuen Gebäude halten denn heutzutage noch so lange? Ohne Pflege geht eben nichts. Und ein neues Gebäude müsste nach 30 Jahren...
Opladen: Gerichts-Altbau vor Abriss?
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 20.11.2009Opladen (RP) Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes wägt ab, ob eine Sanierung des markanten Opladener Gebäudes noch lohnt. Ex-Bezirksvorsteher Heinz-Gerd Bast will das Haus retten.
Fragen der OWG/UWG
Die OWG/UWG hat gestern im Zusammenhang mit dem Gerichts-Altbau einige Fragen an Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn geschickt. U.a. will die Fraktion wissen, wie die Stadt zu einem Abriss steht und ob Mittel aus dem Konjunkturpaket für eine Instandsetzung zu erhalten seien.
Gebaut vor 127 Jahren, ist der Altbau des Amtsgerichts in Opladen nun das Objekt einer Kosten-Nutzen-Rechnung. Grob gesagt stehen auf der einen Seite der Charme des historischen Gebäudes und auf der anderen die bröckelnde Fassade und eine miserable Energiebilanz des Baus. Unterm Strich soll entschieden werden, ob das Gebäude abgerissen oder saniert wird.
Abgewogen werden Für und Wider im Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB). Dessen Sprecher Dietmar Zeleny verweist auf die Notwendigkeit der Untersuchung: "Wir sind zu wirtschaftlichem Handeln gezwungen und dem Steuerzahler verpflichtet." Diese Aussage sei aber nicht als Abschiedsgesang auf den Altbau zu verstehen. Wie in einer Gerichtsverhandlung "gehen wir ohne Vorurteile an das Thema heran. Jetzt werden alle Fakten erhoben und bewertet." Die Entscheidung sei völlig offen, ein Urteil im Frühjahr 2010 zu erwarten.
Bis dahin geben auch tägliche Nutzer des ehemaligen Friedensgerichts ihre Meinung ab. "Wir werden befragt, aber wir sind hier natürlich nur Mieter", sagt Marion Elsner, Geschäftsleiterin des Amtsgericht. Zwar hingen sämtliche Mitarbeiter am Altbau. Aber die "problematischen Dingen" ließen sich nicht von der Hand weisen: "Der Keller ist feucht. Dadurch sind bereits Akten verschimmelt", berichtet Elsner. Zudem bereitet die Fassade Sorge, weil schon mehrfach brüchiger Sandstein auf den Gehweg zu fallen drohte. Zudem sei der Altbau nur über den vor 40 Jahren errichteten Neubau erreichbar.
Elsner und Kollegen warten gespannt auf die Entscheidung aus Düsseldorf. Fest steht wohl schon, dass ein neues Gebäude im Bereich des Gerichtparkplatzes errichtet würde. Sollte der Fall eintreten, befürchtet Elsner während der Abriss- und der Bauphase "extreme Beeinträchtigungen auf den laufenden Betrieb im Gericht."
Allein die Erwägung eines Abrisses sorgt indes in der Politik für Grollen. Den Verlust "eines weiteren Stücks Opladener Geschichte" will der ehemalige Bezirksvorsteher Heinz-Gerd Bast nicht hinnehmen. Er plädiert für ein Vorgehen wie in Köln, wo das alte Gebäude des Oberlandesgerichts am Reichensberger Platz vollständig erneuert wurde. "Das Land", kritisiert Bast, "macht es sich sehr einfach, wenn es glaubt, hier abreißen zu können. Wir Opladener werden uns jedenfalls dagegen zur Wehr setzen."
Ich würde das alte Gerichtsgebäude sanieren und erhalten. Welche neuen Gebäude halten denn heutzutage noch so lange? Ohne Pflege geht eben nichts. Und ein neues Gebäude müsste nach 30 Jahren...
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