Leverkusen (RP) Das Musiktheaterensemble und das Orchester der Musikschule haben den Roman Oliver Twist von Charles Dickens in einer Musicalfassung einstudiert. Die stellt hohe Anforderungen an die Beteiligten.
Zupackend: Die Mitwirkenden des Oliver-Twist-Musicals gehen ihre Aufgabe mit viel Energie und voller Aufmerksamkeit an, damit auf der Bühne nichts aus dem Ruder läuft. RP-FOTO: UWE MISERIUS
"Morgens gibt es Haferschleim, und der schmeckt wie Tischlerleim", singen 25 Kinder und Jugendliche, während sie anstehen, um ihre Blechnäpfe füllen zu lassen. Dabei träumen sie laut von Käse und Butter, Bratwürsten und köstlichem Brot. In einem Waisenhaus beginnt das Musical "Oliver" nach Charles Dickens Gesellschaftsroman "Oliver Twist".
Harte Arbeit
Es singen Schüler der Musikschule Leverkusen, die seit einem Jahr im Musiktheaterensemble an der Umsetzung des einst äußerst erfolgreich gelaufenen Musical arbeiten. Am Donnerstag bei der Hauptprobe setzten sie auf der großen Forum-Bühne zusammen, was in vielen Einzelschritten unter der Leitung von Angelika Görs, Anke Hein, Torsten Schüring und Joachim Sieper geprobt worden ist. Eine beachtliche Leistung, denn die Sänger müssen nicht nur den richtigen Ton treffen und das Tempo halten, wenn sie auswendig die vielen im Charakter so unterschiedlichen Songs anstimmen. Sie müssen sich auch noch bewegen, die einstudierte Choreografie einhalten und dabei die Entfernungen auf der ungewohnt großen Bühne einschätzen.
Info
Zwei Mal "Oliver!"
Das Musiktheaterensemble und das Orchester der Musikschule führen an diesem Wochenende das Musical "Oliver!" zwei Mal auf. Die Vorstellung am Samstag beginnt um 17 Uhr, am Sonntag um 11 Uhr im Forum. Die musikalische Leitung hat Klaus Müller.
Eintritt 6, ermäßigt 3 Euro
Das ist keine lockere Spielerei, sondern harte Arbeit mit mancher Stunde Sonderprobe in der Endphase. Ständig präsent, wenn auch im Orchestergraben nicht sichtbar, ist das Orchester der Musikschule, das schon mit dem farbigen Vorspiel Stimmung schafft und die Sänger begleitet. Es sind rhythmisch und harmonisch anspruchsvolle Stücke mit interessanten Elementen wie retardierende Momente und plötzliches Anziehen im Tempo, die Lionel Bart und William David Brohn (Orchesterarrangements) da geschaffen haben. Da braucht Orchesterleiter Klaus Müller die volle Aufmerksamkeit aller Beteiligten, damit nichts aus dem Ruder läuft. Für die schauspielenden Sänger ist das manchmal gar nicht so einfach, wenn dabei die Bewegungsabläufe auch noch natürlich aussehen sollen.
Es ist ein ehrgeiziges Projekt, dem sich gut 60 Musikschüler auf und unter der Bühne da verschrieben haben. Aber ein lohnendes, trotz aller Mühen kurz vor der Aufführung, die auch noch viel fürs Auge bietet. Wechselnde Kulissenwände, die per Computertechnik auf den hinteren Vorhang projiziert werden, deuten die unterschiedlichen Stationen Londons an, wo das Musical Oliver spielt.
Ein Gitterraster markiert die Waisenhausfenster, aber es gibt auch eine schöne grüne Parklandschaft, die Towerbridge oder die Skyline der Themsestadt, die eindeutig jüngeren Datums ist, als die Story, die eine Gesellschaft des 19. Jahrhunderts kritisiert. Die historisch empfundenen Kostüme schlagen die Brücke zurück in die Vergangenheit.
Quelle: RP