Leverkusen: Bernhard I. packt gute Laune aus

VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 12.11.2009

Leverkusen (RP) Uwe Krause wird als singender (Ex-)Prinz und Festausschuss-Präsident in die Geschichte eingehen. Das bewies der Krause gestern bei der Vorstellung der neuen Tollität: Bernhard I. dürfte als fröhliche Plaudertasche mit der richtigen Portion gute Laune die Narren begeistern.

Info

Prinz Bernhard I.

Der Prinz wurde in Warburg/Westfalen geboren: 11. Mai 1958.

Geschwister: drei, alles Mädchen

Bauingenieur-Studium in Höxter.

Beruf: Betriebsingenieur bei Kronos seit 1. Juni 1985. Zuständig für die Werke in Nordenham, in Norwegen, Belgien, USA und Kanada. Verheiratet seit 25. September 1998 mit Bärbel Bunse. Mitglied der Roten Funken.

Als Pagen gehen mit:

- Naomi Nakanishi (27): Versicherungskauffrau, aktives Mitglied der Roten Funken und Ex-Kindersitzungspräsidentin

- Melanie Flocke (22): Kosmetikerin auf dem Weg in die Selbstständigkeit, 13 Jahre im Kindertanzcorps der Roten Funken, die in dieser Session das 100-jährige Bestehen feiert; Mitglied in der Frauengruppe der Funken.

Die Prinzen-Adjutanten sind Bernd Wiesjahn (45) und Udo Wahle (65).

Die neuen FLK-Senatoren präsentierte Senats-Präsident Paul Hebbel am Anfang der Prinzen-Vorstellung. Es sind:

- Stefan Grunewald (42), Vorstand der Sparkasse Leverkusen

– Jörg Richter (40), Vorstand der Raiffeisenbank Rhein-Berg

– Stefan Schüttler (42), selbstständiger Schreinermeister.

Wiesdorf/Opladen Die Session 2009/2010 fängt gut an: Mit Bernhard Bunse, dem designierten Prinzen Bernhard I., hat der Festausschuss Leverkusener Karneval (FLK) einen guten Griff getan: Bei seiner Antrittsrede gestern im Audi-Zentrum-Festsaal überzeugte der Leverkusener Rote Funke durch Witz, einer Portion Charme und einem ordentlichen Schuss politischem Talent. Freude und Frohsinn, die der Kronos-Titan-Mitarbeitern allen in Leverkusen wünschte, wird diese Tollität verbreiten können.

Mit gereimter Rede bereitete Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn die Vorstellung des Prinzen vor. Das frisch gekürte Stadtoberhaupt (Bernhard Bunse: "noch herzlichen Glückwunsch zur Wahl") will sich von der närrischen Tollität nicht vertreiben lassen:

Rot-Schwarze Koalition

"Ich bot ihm an, ihr ahnt es schon, die Prinz-OB-Koalition. Gemeinsam packen's wir dann an, dass keiner an den Schlüssel kann." Womit Buchhorn auf die traditionelle "Rathauserstürmung" in den Luminaden anspielte. Sagte es und schenkte dem Prinzen zum Schluss eine Heckenschere: "Läuft einmal was nicht geschmiert, dann wird es einfach abrasiert", meinte Buchhorn, verpasste dem Prinzen eine Mütze und stimmte ein dreifaches Alaaf mit der großen Schar von Politikern, Wirtschaftsvertretern und Mitgliedern der Karnevalsgesellschaften und sonstigen Jeckenfans an.



Festausschuss Präsident Uwe Krause plauderte zwischendurch die neue Spartaktik des Oberbürgermeisters aus. Buchhorn sei vom Festausschuss zur Prinzenproklamation eingeladen worden. "Die Antwortkarte hat der Oberbürgermeister uns unfrankiert zurückgeschickt", erzählte Krause, "wir mussten 55 Cent Nachporto bezahlen. Jetzt weiß ich, dass Sie die städtische (Finanz-)Karre aus dem Dreck ziehen werden", sagte Krause mit seinem breitesten Lachen.

Warum wird Bernhard Bunse Prinz? Der Wunsch sei seit über 20 Jahre gewachsen. Ursache ist auch sein Arbeitgeber: Bei Kronos wird seit 35 Jahren ein närrischer Firmenorden vergeben. Seit Jahren ist Bunse an der Vorbereitung des Festes beteiligt. Und: "Ich bin 50 Jahre alt, lebe seit 25 Jahren in Leverkusen, arbeite seit 25 Jahren bei Kronos und bin seit 11 Jahren mit meinem Bärbelchen verheiratet. Wenn nicht jetzt, wann dann?"

Etwas ernst wurde Bunse, derzeit Senatspräsident der Roten Funken, am Ende seiner Rede. "Ich wünsche allen Opladener Gesellschaften, dass es endlich einen Investor für die Stadthalle Opladen gibt, damit die Veranstaltungen gesichert sind." Monatelang eine Sitzung zu planen und dann 14 Tage vorher absagen zu müssen, weil man nicht weiß, wer in der Stadthalle welche Rechten und Pflichten habe, das sei mehr als traurig.

Auch die Frage, ob es angesichts der Wirtschaftskriese richtig sei, Karneval zu feiern, beantwortete der neue Prinz. Viele bangten um ihre Arbeitsplätze, aber in schlechten Zeiten müsse man dann auch mal ausgelassen feiern, um ein paar Stunden alle Probleme vergessen zu können.

Quelle: RP

 
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