Leverkusen (RP) Noch haben sie sich keinen Namen gegeben. "Die 21 Furchtlosen" wird in den Raum geworfen und "die 21 Betrogenen". Beide Vorschläge stoßen aber nicht auf große Zustimmung. Der Name soll auf den Punkt bringen, um wen es sich bei ihnen handelt.
Es sind die 21 ehemaligen Mitarbeiter des Farbenherstellers DyStar, die im Frühjahr einen Aufhebungsvertrag (zum 30. September) mit dem Unternehmen geschlossen haben und durch die angemeldete Insolvenz hart getroffen wurden: Für sie gab es kein Septembergehalt, keinen Wechsel in eine Transfergesellschaft. Auch die versprochenen Abfindungen gingen nie auf ihren Konten ein, weil DyStar kurz vor dem Zahltag Insolvenz anmeldete. "Bei mir geht es um genau 78 963 Euro", sagt Mehmet Zeki Okcuoglu. Andere Kollegen hätten rund 120 000 Euro zu bekommen. "Die Summe aller Abfindungen für uns beläuft sich auf rund zwei Millionen Euro." Inzwischen treffen sich die Betroffenen einmal pro Woche und tauschen sich aus. Etwa die Hälfte von ihnen hat über Anwälte die Gerichte eingeschaltet. Weil die Abfindungen nicht gezahlt wurden und kein Wechsel in eine Transfergesellschaft vollzogen wurde, seien die Aufhebungsverträge hinfällig. Das Ziel vor dem Arbeitsgericht: Weiterbeschäftigung bei DyStar. Bald stehen die ersten Termine am Arbeitsgericht an.
"Die kochen ihr eigenes Süppchen"
Allerdings geht es Okcuoglu und seinen 20 Mitstreitern nicht nur ums eigene Schicksal, sondern auch um das des gesamten Unternehmens. Und da ist ihnen bislang zu wenig auf die Beine gestellt worden, das auf die Lage bei DyStar aufmerksam macht: "Eine Demonstration und ein Banner im Stadion", summiert einer der Ex-Mitarbeiter an außenwirksamen Aktionen. "Gewerkschaft, Insolvenzverwalter und Betriebsrat kochen sowieso alle ihr eigenes Süppchen", wirft ein andere ein.
Montags-Demo am 23. November
Daher wollen nun die 21 federführend einen Protest auf die Beine stellen. Es soll eine Montags-Demonstration werden, ähnlich den Aktionen, mit denen vor drei Jahren vor Tor eins gegen die Sparpläne bei Bayer Industry Services angegangen wurde.
Die Ex-DyStar-Mitarbeiter wollen von Tor eins in die Innenstadt ziehen. Der geplante Termin: 23. November, 16 Uhr. Um eine möglichst große Teilnehmerzahl auf die Beine zu stellen, sollen noch Flugblätter gedruckt werden. Da soll dann draufstehen, wer der Initiator der Aktion ist. Dafür wird eben noch ein Name gesucht.
Quelle: RP