Leverkusen (RP) Die Fans der Nationalmannschaften von Deutschland und Südafrika feierten schon vor dem Länderspiel rund um die BayArena. Nicht nur die Anhänger der Bafana Bafana stellten Rhythmusgefühl und Musikalität unter Beweis.
Klangkörper: Die Guggenmusik-Formation vom Bodensee drehte phonetisch mächtig auf.
Farbenfroh und lautstark machten sich die wenigen zum Freundschafts-Länderspiel nach Leverkusen angereisten Fans der Bafana Bafana schon außerhalb der BayArena bemerkbar. Mit Rasseln, Trommeln, Gesängen und den unvermeidlichen Vuvuzela-Hörnern waren die Anhänger der südafrikanischen Nationalmannschaft schon von weitem deutlich zu hören und verbreiteten mit ihrer Fröhlichkeit gute Stimmung. Bei den spontanen "Konzerten" der einzelnen Gruppen gaben sie beeindruckende Kostproben ihrer Musikalität und ihres Takt-Gefühls.
Yetis mit Guggenmusik
Ob die Deutschen da wohl mithalten können?, fragte sich manch ein Besucher besorgt. Die Antwort gab es am Stand des Fanclubs Nationalmannschaft. Denn dort spielte – auf und vor einem Doppeldeckerbus – eine Horde Yetis mitreißende Rhythmen. Dabei handelte es sich keineswegs um eine Delegation der seltenen Fabelwesen, sondern um die gleichnamige Guggenmusik-Formation aus Stockach am Bodensee.
Info
Kooperation für Kinder
Vor dem Länderspiel vereinbarten der DFB und die Bayer AG eine Kooperation. Sie wollen sich verstärkt für kranke und behinderte Kinder einsetzen. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und Konzernchef Werner Wenning.
Für gute Laune und alberne Kommentare sorgte ein selbst ernannter "Lebender Lachsack", der sich unter die Fans gemischt hatte. Ihre helle Freude am bunten Treiben rund um die BayArena hatte eine Gruppe japanischer Fans der Nationalelf, die neben deren Devotionalien auch Wendefahnen im Gepäck hatten, die auf der einen Seite Nippons Sonnenscheibe, auf der anderen die deutsche schwarz-rot-goldene Flagge zeigte.
Hubsteiger für die Fahnen
Auf das Länderspiel, das Deutschland 2:0 gewann, mussten sich nicht nur die Aktiven vorbereiten. Auch die neue BayArena musste herausgeputzt werden. Mit einem Hubsteiger befestigten Mitarbeiter der Bayer 04 Immobilien-GmbH Fahnen unter dem Dach. Die Stände, an denen im Ligabetrieb nur noch mit Geldkarten-Chip Bratwurst, Bier und andere Verpflegung bezahlt werden kann, wurden für den Auftritt der Nationalelf auf Doppelbetrieb umgerüstet. "Wegen der vielen Fans von außerhalb haben wir uns entschlossen, ausnahmsweise auch Bargeldzahlung zu ermöglichen", sagte Eventmanager Stefan Rehm. Veränderungen waren bei der Werbung nötig. Die Banden der Leverkusener Sponsoren wurden entfernt und durch solche des DFB und seiner Partner ersetzt. "Ansonsten war es in der Vorbereitung mehr oder weniger ein Spiel wie jedes andere", betonte Rehm.
Auch nach dem Schlusspfiff blickte die Fußball-Welt noch interessiert nach Leverkusen. Das Aktuelle Sportstudio des ZDF sendete live aus dem Lindner-Hotel, dessen Foyer in den Tagen zuvor eigens in ein kleines Studio verwandelt worden war. Zur Freude der Bayer-Fans unter den Zuschauern begrüßte Moderator Michael Steinbrecher gleich zwei Sympathieträger der Werkself. Der "weiße Brasilianer a.D.", Bernd Schneider, vor dem Spiel verabschiedet, zog eine Karrierebilanz. Und auch Nationalkeeper René Adler war zu Gast.
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Echte Fründe stonn zesamme: Was Philipp Lahm, René Adler und Michael Ballack demonstrierten, war vor dem Anpfiff auch für ihre jungen Begleiter absolut nachahmenswert. RP-FOTOS: UWE MISERIUS
Bestens akklimatisiert: Die südafrikanischen Fans legten geradezu rheinischen Frohsinn an den Tag.
Stefan Dehn war zum ersten Mal bei einem Länderspiel. RP-FOTO: MISERIUS
Quelle: RP