Leverkusen: "Ich hatte die Schweinegrippe"

zuletzt aktualisiert: 27.11.2009

Leverkusen (RP) Sabine Schmitz, Lehrerin am Opladener Marianum, über ihre Erfahrungen mit der Krankheit, die Hilfe von Freunden und Bekannten und ihre Einstellung zu vorbeugenden Impfungen.

Sabine Schmitz hat die Schweinegrippe "ausgesessen". Nach einer Woche ging es der Lehrerin besser: Sie konnte wieder Klassenarbeiten korrigieren.  RP-Foto: RM
Sabine Schmitz hat die Schweinegrippe "ausgesessen". Nach einer Woche ging es der Lehrerin besser: Sie konnte wieder Klassenarbeiten korrigieren. RP-Foto: RM

Sabine Schmitz ist Lehrerin für Englisch, Sozialwissenschaften und Politik am Marianum in Opladen. Vor zwei Wochen erkrankte die 35-Jährige an Schweinegrippe. Im Interview erzählt die Pädagogin, wie es ihr während der Krankheit erging und warum sie sich dennoch nie impfen lassen würde.

Frau Schmitz, Sie sehen eigentlich gesund und sportlich fit aus. Sind Sie jemand, der leicht krank wird?

Schmitz Überhaupt nicht. Ich hatte zwar 2001 in den USA mal eine Grippe, bin ansonsten aber eigentlich so gut wie nie krank. Dass ich mal in der Schule aussetzen würde, hätte ich mir nicht vorstellen können. Umso überraschender hat mich die Schweinegrippe dann auch erwischt.

Wie hat sich die Krankheit bei Ihnen denn angekündigt?

Schmitz Überhaupt nicht. Das kam wie angeflogen. Sonntagabend habe ich noch normal den Unterricht vorbereitet. Montag früh musste ich schon anrufen, dass ich nicht kommen kann, obwohl ich gerade eine Referendarin ausbilde und deshalb eigentlich unbedingt arbeiten gehen wollte.

Was waren Ihre Symptome?

Schmitz Zunächst mal enorme Gliederschmerzen, dann Hitzeanfälle, Schweißausbrüche. An Schlaf war in der ersten Nacht nicht zu denken. Ich hatte Magen-Darm-Probleme. Und natürlich Fieber, auch wenn ich mir zunächst mal aus der Apotheke ein Fieberthermometer besorgen musste. Weil ich, wie gesagt, eigentlich nie krank werde, hatte ich so etwas nämlich gar nicht zu Hause.

Wie verlief die Krankheit bei Ihnen?

Schmitz Wellenartig. Man hatte mir gesagt, die ersten beiden Tage seien die schlimmsten. Bei mir war es jedoch der Mittwoch. Da war mein Körper so geschwächt, dass ich den ganzen Tag über gar nicht richtig aufgewacht bin. Da kommt einem dann schon mal der Gedanke: ,Hoffentlich stimmt das auch alles mit den sehr hohen Überlebenschancen.'

Sind Sie auf Schweinegrippe getestet worden?



Schmitz Nein. Solche Tests werden mittlerweile in der Regel gar nicht mehr durchgeführt. Meine Ärztin hat per Ferndiagnose festgestellt, dass meine Symptome alle auf Schweinegrippe hindeuten. Beweisen lässt sich das ohne Test aber natürlich nicht. Mir hat's jedenfalls auch so gereicht.

Hatten Sie Hilfe während der Zeit?

Schmitz Ja. Freunde haben beispielsweise für mich eingekauft. Auch Arbeitskollegen haben mir das angeboten. Ich hatte wirklich viele liebe Menschen um mich herum.

Haben Sie es bereut, nicht geimpft gewesen zu sein?

Schmitz Nein. Die Impfstoffe haben ja auch Nebenwirkungen. Ich halte absolut nichts davon, den Körper mit etwas zu traktieren, das er gar nicht will. Für mich gilt das Motto: Aussitzen und warten, bis es besser wird, aber da kann ich natürlich nur für mich persönlich sprechen.

Wann wurde es bei Ihnen denn besser?

Schmitz Nach einer Woche. (lacht) Ich musste noch Arbeiten korrigieren, was – ehrlich gesagt – nicht gerade zu den Lieblingsbeschäftigungen eines Lehrers zählt. Als ich am Samstag gemerkt habe, dass ich mich tatsächlich wieder konzentrieren kann, habe ich mir die Hefte geschnappt und war richtig glücklich.

Peter Korn führte das Interview.

Mehr Informationen zur Schweinegrippe finden Sie in unserem Spezial.


Quelle: RP

 
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