Leverkusen (RP) Die Leverkusener Kulturverwaltung wird ab dem Jahr 2011 voraussichtlich deutlich in die roten Zahlen geraten. Dies ergibt sich aus dem Entwurf für den Stadtetat 2010, der im kommenden Februar verabschiedet werden soll.
Demnach beläuft sich die Rücklage bei der KulturStadtLev, die vor zwei Jahren noch 5,1 Millionen Euro betrug, 2010 voraussichtlich nur noch auf 1,2 Millionen Euro und ist dann verbraucht. Schon im darauffolgenden Jahr drohen rote Zahlen. Und für 2013 prognostiziert die Verwaltung sogar ein Minus von 3,2 Millionen Euro. Lag das Eigenkapital 2007 noch bei 7,6 Millionen Euro, so sehen es die städtischen Schätzungen bis Ende 2010 ebenfalls aufgezehrt.
KulturStadtLev-Chefin Marion Grundmann erklärte gestern, nur mit weiteren eigenen Einsparungen lasse sich die finanzielle Schieflage nicht mehr in den Griff bekommen. "Wir haben seit dem Start als städtischer Eigenbetrieb 2002 sowohl am Programm tiefe Einschnitte vorgenommen, als beispielsweise auch bis zur Schmerzgrenze Personal in der Stadtbibliothek abgebaut." Dies spare der Stadt rund zwei Millionen Euro. Wer jetzt noch mehr wolle, müsse Einrichtungen schließen, wie etwa die Musikschule. "Aber da sage ich gleich: Ich bin seinerzeit gewählt worden, um Kultur zu veranstalten, nicht um sie abzuschaffen", betont Grundmann. Sie gehe deshalb davon aus, dass die Stadt auf einen weiteren Teil des Darlehens verzichte, das sie der KulturStadt zu deren Beginn als Eigenkapital gewährt habe.
Angesichts der dramatischen Zahlen will die CDU die Stadtverwaltung heute im Betriebsausschuss KulturStadtLev (17.30 Uhr, Spiegelsaal Schloss Morsbroich) auffordern, nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen, wie die drohende Kultur-Pleite abgewendet werden kann.
Quelle: RP