Leverkusen (RP) Interview Monika Romain, Leiterin des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, über das unter Denkmalschutz stehende Schulgebäude.
Frau Romain, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch: Ihre Schule ist jetzt ein Baudenkmal. Wann haben Sie davon erfahren?
Romain Das war schon in den Sommerferien, als die Stadt begann, unsere Technik-Räume zu sanieren. Da hat mir der städtische Architekt in einem Gespräch gesagt, bei der Erneuerung der Fenster müsse er anders planen, weil die Schule ja jetzt unter Denkmalschutz gestellt werde. Für mich war das eine Riesenüberraschung – und eine ebenso große Freude.
Es ist ja nicht die erste Auszeichnung für dieses Gebäude . . .
Romain Nein. 1969, zwei Jahre, nachdem der Bau fertiggestellt wurde, hat der Bund Deutscher Architekten im Zuge eines landesweiten Wettbewerbs 76 Objekte unter die Lupe genommen. Am Ende wurde unser Schulgebäude zum schönsten in ganz NRW gekürt. Darauf waren und sind alle sehr stolz. Ich habe das auch sofort berichtet bekommen, als ich vor fünf Jahren als neue Schulleiterin hier eingeführt wurde.
Wo sehen Sie die größten Vorzüge Ihres Schulgebäudes?
Romain Jochen Heuser, der Architekt, hat einen sehr kommunikativen Schulkomplex geschaffen. Es gibt viele einzelne Gebäude, die sich alle nach außen ins Grüne hin öffnen – das ist wie eine Art Campus mit vielen schön bepflanzten Atrien. Schüler und Lehrer halten sich gleichermaßen gern dort auf.
Das Schulgebäude mit Leben füllen, müssen aber Sie, Ihre Kollegen und die Schüler . . .
Romain Und wie wir das tun. Ich bin froh, dass wir ein so engagiertes Kollegium haben. Wir haben in den vergangenen fünf Jahren rund 40 Stellen neu besetzt. Die Mischung aus jüngeren und älteren Kollegen stimmt. Als wir vor kurzem schulintern eine Evaluation durchgeführt haben, gaben fast 100 Prozent der Kollegen an, gerne hier zu arbeiten. Wir haben ein Schulorchester, eine Big Band, drei Theatergruppen, eine Tanzkompagnie und und und. Das alles wäre nicht möglich ohne ein gutes Schulklima. Und auch hier zeigen sich die Vorzüge unseres Gebäudes mit dem schönen Foyer für Empfänge oder der großen Aula mit 800 Plätzen, in der sich fast die komplette Schulgemeinde versammeln kann. Das finden Sie heute längst nicht mehr überall.
Also ein Haus ohne jeden Schwachpunkt?
Romain (lacht) Natürlich nicht. Ich finde zum Beispiel, dass der Sichtbeton in den Klassenräumen nicht gerade für die beste Akustik sorgt. Andererseits hat dieses Material auch einen großen Vorteil, wie mir ein Kunstlehrer vor Jahren gesagt hat: Es ist so stabil und haltbar, dass unsere Schule "unkaputtbar" ist.
Sie sind also wunschlos glücklich?
Romain Wünsche hat man immer. Meine Kolleginnen und Kollegen hätten zum Beispiel gern eine bessere Ausstattung in allen Klassenräumen: Overhead-Projektoren und kleine CD-Anlagen fest installiert in jedem Klassenraum, damit die Kollegen gerade auch im Sprachenbereich mehr Möglichkeiten haben.
Peter Korn führte das Interview. Monika Romain, 63, leitet das Freiherr-v.-Stein-Gymnasium seit 2004. Die begeisterte Europäerin kam über Bad Godesberg, Freiburg und Den Haag (einige ihrer Stationen) nach Leverkusen.
Quelle: RP