Handball: Sieg als Balsam für die Elfen-Seele
VON TOBIAS KRELL - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010(RP) Bayers Handball-Damen lieferten beim 28:22-(15:12)-Sieg im EHF-Pokal gegen den schwedischen Vertreter IK Sävehof eine Gala-Vorstellung ab. 1500 Zuschauer sorgten zudem für eine Stimmung, die selbst den Gegner aus Skandinavien beeindruckte.
Das war Balsam allererster Güte für das in den vergangenen Wochen so angeschlagene Gemüt. Bayers Handballerinnen genossen die minutenlangen Ovationen von mehr als 1500 Zuschauern in der Smidt-Arena sichtlich. Von der Zuneigung und Anerkennung ihrer Anhängerschaft konnten die Elfen einfach nicht genug bekommen: eine Welle hier, eine dort, eine für die Delegation von Fußball-Fans hinter dem Tor, ein Foto hier und dort ein Autogramm. So macht Handball einfach Spaß. Das begeisternde 28:22 (15:12) gegen den schwedischen Meister IK Sävehof im EHF-Pokal-Achtelfinal-Hinspiel machte (allerdings nur vorübergehend) alle Sorgen um die Zukunft vergessen.
Dann griff sich Clara Woltering das Mikrophon und hielt einen flammenden Appell an alle Freunde des Handballsports allgemein und der Elfen insbesondere. "Wir brauchen Ihre Unterstützung. Helfen Sie uns, damit wir auch im nächsten Jahr noch hier sein können", sagte die Spielführerin. Sie war zuvor auch auf dem Feld vorangegangen und hatte mit sensationellen Paraden – 20 Paraden waren gleichbedeutend mit einer Weltklasse-Quote von mehr als 47 Prozent gehaltener Bälle – die Teamkolleginnen mitgerissen.
Die Formation
Bayer: Woltering – Byl (2), Zapf (1), Walzik (3), Garcia (3), Müller (2), Loerper (2), Glankovicova (2), Ahlgrimm (1), Steinbach (6), Engel (6/3). Das Rückspiel in Schweden findet am Samstag um 16 Uhr statt. Aschermittwoch um 19.30 Uhr spielen die Elfen im DHB-Pokal bei Zweitligist SGH Rosengarten.
Die machten nach durchwachsenen Leistungen in den vergangenen Wochen (auch bei den zuletzt zwei Siegen in der Liga) mit einer mitreissenden Vorstellung in einer hochklassigen Partie reichlich Werbung für sich. Stolz machte das Trainerin Renate Wolf. Noch mehr strahlte sie allerdings, als Sävehofs Coach Magnus Johansson einen Punkt ansprach, der nicht zu unterschätzen ist bei der Suche nach externen Geldgebern. "Die Atmosphäre hier war wirklich ganz phantastisch. So etwas haben wir in Schweden leider nicht – da sind wir kühler", schwärmte er.
Ein halbes Dutzend Tore Vorsprung erarbeiteten sich die Leverkusenerinnen. Das ist eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel am Karnevalssamstag in der Partillebohallen in Göteborg, der Heimstätte des Idrottsklubben Sävehof, der als größter Handballverein der Welt gilt und dessen Frauenteam über stolze neun Nationalspielerinnen verfügt. Die mit Abstand bekannteste Auswahlkraft ist Isabelle Therese Gulldén. Das Rückraum-Ass wird an die Smidt-Arena wohl wenig gute Erinnerungen haben. Denn in der entscheidenden Phase wurde sie von Bayers Sara Walzik, die den vorgezogenen Posten in der offensiven 5:1-Abwehrformation einnahm, aus dem Spiel genommen. "Das war sicherlich entscheidend dafür, dass wir wieder davonziehen konnten. Eine richtig tolle Vorstellung von ihr", lobte Wolf die fleißige Linksaußen, die erst nach der Pause eingesetzt wurde und auch offensiv Akzente zu setzen vermochte (drei Tore).
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