Remscheid: Ehrenamtler sollen Bücherei führen
zuletzt aktualisiert: 29.10.2007 - 10:43Remscheid (RPO) Die Fraktionen im Rat appellieren an die Bürger, die Stadtteilbibliothek in Lüttringhausen nach der Schließung in eigener Regie weiter zu betreiben. Wann genau die Stadt sich zurückzieht, steht noch nicht fest. Der Mietvertrag läuft 2011 aus.
Die vom Rat am Donnerstagabend einstimmig beschlossene Schließung der Stadtteilbücherei in Lüttringhausen soll nicht das Ende für ein öffentliches Bücherangebot im Dorf bedeuten. Diese Hoffnung haben die Sprecher aller Fraktionen in ihren Antworten auf kritische Bürgerfragen ausgedrückt, die zu Anfang der Sitzung vom Ehepaar Irmgard und Konrad Brendler gestellt worden waren.
CDU-Fraktionschef Karl-Heinz Humpert regte eine ehrenamtliche Trägerschaft für die Bücherei an. Das vorhandene städtische Personal könne die an einer Fortführung interessierten Bürger in den nächsten Jahren in die Materie einarbeiten. Er bat die Bürger um aktive Mithilfe beim Erhalt der Bibliothek.
Einen genauen Schließungstermin beschloss die Politik gestern nicht. Der Mietvertrag für das Gebäude an der Gertenbachstraße läuft erst im Jahre 2011 aus. Ob die Bibliothek schon vorher geschlossen wird, hängt nun vor allem davon ab, ob und wann die Verwaltung das vorhandene Personal an anderer Stelle unterbringen kann. Die Personalkosten bilden den Großteil der Aufwendungen für die Bibliothek. Altersbedingt scheidet vor 2011 kein Mitarbeiter aus.
SPD-Fraktionschef Hans Peter Meinecke erwartet, dass die Verwaltung im Lenkungsausschuss über diese Details berichtet. Er schlug im Rat vor, die Jugendbücher in Lüttringhausen zu belassen. Sie könnten in eine der dortigen Schulen umziehen, wo ehrenamtliche Helfer dann ein Bücherei-Angebot organisieren könnten. Er bot seine Hilfe dabei an. Zudem könne der Büchereibus nach der Schließung der Filiale häufiger nach Lüttringhausen fahren.
Wieland Gühne von der Wählergemeinschaft plädierte dafür, die Bücherei schon im nächsten Jahr in ehrenamtliche Trägerschaft zu überführen. Die Stadt könne dieses Projekt unterstützen, indem es weiterhin die Sachkosten in Höhe von von 12 000 Euro zuschieße. Die restlichen 58 000 Euro Kosten aber will die W.i.R. nicht erst 2011 einsparen. Nach ihren Informationen kann das Personal (1,5 Stellen) schon jetzt an einem der beiden anderen Standorte versetzt werden.
Alle Fraktionen verteidigten die Sparmaßnahmen als undankbar, aber notwendig vor dem Hintergrund der sehr hohen Verschuldung der Stadt. Den Vorwurf, die restlichen Kultureinrichtungen würden verschont, ließen die Sprecher nicht gelten. In einer zweiten „Sparwelle“ wird es auch um Kürzungen in diesen Bereichen gehen.
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