Solingen (RP) In der Krüdersheide verkauft Francis John gebrauchte Sättel für Menschen, die sich dem Westernreiten verschieben haben. Mit ihrer Westersattelbörse ist die 42-Jährige auch erfolgreich im Internet.
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Der Laden
Zahlreiche Kunden kommen in der Laden von Francis John in der Krüdersheide 17a am Rande der Ohligser Heide, viele mit ihren Pferden. Hier kann die Geschäftsfrau ihren Kunden stets 100 bis 150 gebrauchte Sättel zur Auswahl bieten. Der Shop ist geöffnet donnerstags von 10 bis 13 Uhr, freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr. In Internet ist das Geschäft präsent unter:
www.westernsattelboerse.de
Der Westernreiter liebt es rustikal. Auf sein Pferd steigt er vorzugsweise in überlanger Wrangler-Jeans mit flacher Innennaht – warum kann sich jeder vorstellen – und mit Cowboystiefeln. „Einen Hut tragen wir nur bei Turnieren“ sagt Francis John. Die begeisterte Westernreiterin hatte vor 13 Jahren eine zündende Geschäftsidee: Sie verkauft gebrauchte Westernsättel. 100 bis 150 Stück in unterschiedlichsten Preislagen hat 42-Jährige in ihrem Laden in der Krüdersheide immer vorrätig. Die meisten kosten zwischen 800 und 1000 Euro, doch auch schon für 300 Euro gibt es einen gebrauchten Westersattel.
Die Geschäftsidee reifte bei der gebürtigen Holländerin, nachdem ihr Pferd innerhalb von vier Jahren vier Sättel brauchte und sie nicht wusste, was sie mit den gebrauchten machen sollte. „Dass Pferde im Laufe ihres Lebens verschiedene Sättel brauchen, ist normal, denn sie verändern sich ja“, erklärt Francis John. In der Regel bekäme ein Pferd seinen ersten Sattel im Alter von drei Jahren und dann noch zwei weitere, einen, wenn es fünf und den letzten, wenn es zwölf Jahre alt ist. Und das ist ein teurer Spaß für den Reiter, egal ob er sich den klassischen Reitsportarten wie Spring- oder Dressurreiten oder dem Westernreiten verschrieben hat. Zwischen 2000 und 4000 Euro kostet ein Sattel. Nicht bei Francis John, denn sie handelt ausschließlich mit gerauchten Sätteln.
Kunden kommen von weit her
Ihre Kunden kommen aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland. „Wir haben hier das größte Angebot an gebrauchten Sätteln ins ganz Europa“, sagt die Mutter eines knapp vierjährigen Sohnes. Der war auch der Anlass, warum Francis John neben ihrem Laden auch eine Westernsattelbörse im Internet aufgebaut hat. Die Kinderbetreuung in Deutschland könne man als kleiner Selbstständiger nämlich vergessen.
Auch wenn Francis John ihre Angebote im Internet macht, die meisten Kunden kommen in die Krüdersheide und viele haben ihr Pferd dabei. „In dieser Woche waren schon sieben Pferde hier“, berichtet die Geschäftsfrau und sagt von ihren Besitzern: „Die meisten sind Wiederholungstäter.“ Zufriedene Wiederholungstäter, wie die Briefe und Fotos im Flur zu ihrem kleinen Laden eindrucksvoll beweisen.
Keine Cowboys mit Fransenjacke
Zum Westernreiten kam Francis John, weil ihr der konventionelle Reitbetrieb zu steif wurde. „Westernreiter haben viel Freude mit dem Partner Pferd“, sagt sie. Was die Kleidung angeht, sind Stiefel und Jeans ein muss. Mehr aber nicht, Westernreiter sind keine Cowboytypen mit Fransen an der Jacke“, räumt sie mit einem verbreiteten Vorurteil auf.
Wer einen Sattel im Internet kaufen will, wird von Francis John gut beraten. Anhand von Fotos des Pferdes sucht die Expertin den richtigen Sattel raus und verschickt ihn gegen Vorkasse mit Rückgaberecht. Und weil sie sich vorher so genau mit ihren zweibeinigen und vierbeinige Kunden beschäftigt hat. liegt ihre Erfolgsquote bei fast 90 Prozent. Lieber aber ist es Francis John, wenn die Kunden sich in ihrem Laden beraten lassen – mit ihrem Pferd.
Quelle: RP