Solingen: Schweinegrippe-Test muss Patient selbst zahlen
VON ANNEMARIE KISTER-PREUSS - zuletzt aktualisiert: 04.08.2009Solingen (RP) Je nach Labor kostet der Test, mit den die Erreger der Schweinegrippe zweifelsfrei nachgewiesen werden, 100 bis 170 Euro. Und auf diesen Kosten bleibt der Patient nach Auskunft von Dr. Christian Mitt vom Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung in jedem Fall sitzen.
"Wie das bei den Privatkassen ist, weiß ich nicht, wer gesetzlich versichert ist, muss zahlen", sagt der Kinderarzt. Anders ist das bei den um die 20 Euro teuren Schnelltests, die der Versicherte über seine Kasse abrechnen kann. Doch von denen hält Mitt gar nichts.
"Die haben eine ganz geringe Aussagekraft, da können sie auch würfeln", fährt der Facharzt fort. Die Wahrscheinlichkeit, durch diesen Schnelltest ein richtiges Ergebnis zu bekommen liege lediglich bei 50 Prozent, erklärt der Kinderarzt im Gespräch mit unserer Zeitung. Der wesentlich aufwändigere Nachweis der Viren ist der PCR-Test (Polymerase Chain Reaction), der auch bei möglichen HIV-Infektionen als Testmethode angewendet wird.
"Für die Behandlung der Patienten ist es allerdings unwichtig, ob die Schweinegrippe per Test nachgewiesen wurde", sagt Dr. Christian Mitt, es habe für die zu verordnende Therapie keinerlei Konsequenzen.
Das Grippemittel Tamiflu, das auch zur Behandlung der Vogelgrippe eingesetzt wurde, ist nach Ansicht des Mediziners in den vergangenen Wochen "wie Puderzucker" verordnet worden, so dass es bald durchaus zu Engpässen kommen könnte. Denn zum Ende der Schulferien in Nordrhein-Westfalen in 14 Tagen rechnet der Kinderarzt noch einmal mit einer neuen Grippewelle.
Wenn Dr. Christian Mitt bei einem Patienten Verdacht auf eine Infektion mit der neuen Grippe hat, verordnet er Erwachsenen sieben und Kindern zehn Tage häusliche Bettruhe und verschreibt die entsprechenden Medikamente. "Nach drei Tagen ist meist alles vorbei", sagt Mitt. Der Zeitraum, in dem ein Grippepatient einen anderen anstecken kann, liegt bei drei bis maximal sieben Tagen. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren sollte der Grippepatient eine Atemschutzmaske tragen und räumlich isoliert werden.
Weltweit sind derzeit knapp 185 000 Menschen von der mexikanischen Grippe oder Schweinegrippe genannten Erkrankung betroffen, 1250 Menschen sind nach einer gestern in der Ärztezeitung veröffentlichten Statistik gestorben.
Grippewellen fordern Jahr für Jahr Todesopfer, vor allem unter älteren oder geschwächten Menschen. 8000 bis 1100 Opfer der Grippe – nicht mit einer Erkältung zu verwechseln – werden jährlich allein in Deutschland gezählt , 1995 waren es sogar rund 30 000 Tote, die eine Grippewelle gefordert hat.
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hallo...ich finde es eine frechheit von den krankenkassen das wir den test selber zahlen müssen...warum zahle ich jeden monat soviel geld an die krankenkasse, wenn ich am ende doch der blöde...
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