München/Düsseldorf (RPO). Ingenieure werden in allen Branchen gesucht. Doch in der Automobilindustrie ist die Nachfrage besonders groß. Und der Bedarf wird noch steigen, glauben Experten. Der Nachwuchs hat also gute Chancen bei den Autobauern.
Tüfteln für die Zukunft - in der Automobilindustrie werden Ingenieure gesucht, die an neuen Technologien arbeiten. Foto: BMW, tmn
"Es gibt einen großen Bedarf an qualifizierten Fachkräften", sagt Sven Renkel, Sprecher des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) in Düsseldorf. Zwar bestehe grundsätzlich die Gefahr, dass weniger Autos gekauft werden. "Es gibt aber auch den gegenläufigen Trend, möglichst antriebsarme Autos zu bauen", sagt Renkel. Insgesamt seien im Maschinen- und Fahrzeugbau derzeit mindestens 3000 Stellen offen.
Die deutsche Autoindustrie hat nach Angaben von Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen, großen Nachholbedarf im Bereich umweltfreundlicher Fahrzeuge: "Das Know-How ist in Japan und Korea." In Deutschland gebe es bei Herstellern und Zulieferindustrie nur in Ansätzen Forschung zu den neuen Technologien wie etwa Batterien für Elektroautos. Auch in Zukunft werde es der Bedarf an Fachkräften in der Entwicklung und Forschung steigen. "Die Arbeitsplätze in der Produktion werden hingegen von derzeit rund 750.000 um etwa 100.000 zurückgehen."
Ingenieure mit bestimmten Qualifikationen
Auch der Automobilhersteller BMW in München ist auf der Suche nach neuen Fachkräften, wie Unternehmenssprecher Michael Rebstock bestätigt. Alle Autohersteller stehen unter dem Druck, möglichst sparsame und umweltschonende Wagen anzubieten. BMW versucht mit seinen "Efficient-Dynamics"-Technik auf diesen Zug aufzuspringen. Für diese neuen Antriebstechniken seien Ingenieure mit ganz bestimmten Qualifikationen erforderlich: "Die gibt es zwar am Markt, aber eben nur sehr begrenzt."
Die Verknüpfung bislang getrennter Disziplinen gilt unter Experten als unerlässlich für den Bau innovativer Öko-Autos. "Die Schnittmengen zwischen den Studiengängen werden größer", sagt VDI-Sprecher Renkel. Es seien Fachkräfte gefragt, die nicht nur den klassischen Fahrzeugbau beherrschten, sondern sich auch mit Elektrotechnik und Informatik auskennen. Und dieser Trend wird nach Angaben von Unternehmenssprecher Rebstock anhalten.
Trotz des großen Fachkräftemangels ist ein Studienabschluss in einem Ingenieurstudiengang aber noch kein Garant für einen Job bei einem der großen Autobauer. "Es ist nach wie vor nicht so, dass jeder, der sich bewirbt, eine Stelle bekommt", erklärt Rebstock. Vor allem "Young Professionals", also junge Einsteiger mit zwei bis drei Jahren Berufserfahrung, würden gesucht. VDI-Sprecher Sven Renkel rät Studenten daher, schon während des Studiums bei Praktika in die Automobilunternehmen hineinzuschnuppern. Er empfiehlt außerdem interdisziplinäre Studiengänge, die schon jetzt auf die Zukunftstechnologien vorbereiten.
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Quelle: tmn