Münster (rpo). Nach wie vor erschweren familiäre Pflichten deutschen Frauen eine Hochschulkarriere, so das Ergebnis einer nationalen Studie, deren Ergebnisse am Montag von der Universität Münster veröffentlicht wurden.
Eine wissenschaftliche Karriere sei für viele Frauen "oft unmöglich". Foto: Archiv
Von Chancengleichheit mit den Männern könne noch nicht die Rede sein, hieß es. In erster Linie sähen sich die Wissenschaftlerinnen durch mangelhafte Angebote an Kinderbetreuung beruflich eingeschränkt, sagten die Projektleiterinnen Prof. Annette Zimmer und Holger Krimmer vom Institut für Politikwissenschaft.
Die Studie "Wissenschaftskarriere von Professorinnen an Hochschulen in Deutschland" (WIKA) habe eindeutig gezeigt, dass Frauen nach wie vor die Hauptlast tragen, wenn es um die Kombination von Familie und Karriere gehe. Die Vorausplanung einer wissenschaftlichen Karriere sei "oft unmöglich".
Die Projektleiter räumten zwar ein, dass der Anteil von Frauen in Spitzenpositionen der Hochschulen zugenommen habe. Dafür lebten sie häufiger allein und hätten weniger Kinder. Wenn sie aber Kinder hätten, trügen sie deutlich öfter die Hauptverantwortung." Damit seien sie stärker auf staatliche Kinderbetreuungsangebote angewiesen, sagte Zimmer. Von denen aber gäbe es nicht genügend. "Der Staat muss sich daher fragen lassen, was er investieren will, damit seine Hochschulen im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe bestehen können."