Bonn (rpo). Eine Senkung des Einschulungsalters auf vier Jahre lehnt der Deutsche Lehrerverband (DL) strikt ab. Das sei politisch-staatsbürgerlich, verfassungsrechtlich und pädagogisch höchst bedenklich.
Mit einer solchen Forderung bleibe die Pädagogik endgültig auf der Strecke, kritisierte Kraus. Foto: AP
Das erklärte DL-Präsident Josef Kraus am Donnerstag in Bonn. Die Studie "Bildung neu denken" der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft hatte die Forderung nach einer Einschulung mit vier Jahren enthalten, weil nach Ansicht der Autoren nur so der Bildungsstandort Deutschland gerettet werden kann.
Mit einer solchen Forderung bleibe die Pädagogik endgültig auf der Strecke, kritisierte Kraus. Die Erziehung kleiner Kinder würde weitgehend verstaatlicht, die Eltern würden de facto entmündigt. Schule könne nicht leisten, was häusliche Erziehung leisten könne. Zudem seien die Kinder mit vier Jahren nicht schulfähig, ihnen fehlten die physische und psychische Belastbarkeit, Konzentrationsvermögen und soziale Reife für einen Schulbesuch.
"Insgesamt ist diese so genannte Bildungsstudie erneut ein Beleg dafür, dass in Sachen Bildung in Deutschland derzeit allein die blanke Panik und die Profilierungssucht eines Experten-Unwesen regieren", erklärte Kraus.
Zum DL gehören der Deutsche Philologenverband, der Verband Deutscher Realschullehrer, der Bundesverband der Lehrer an Wirtschaftsschulen und der Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen.