Seattle (RPO). Microsoft hat ein neues Portal für die Internet-Suche gestartet und hofft nun auf einen größeren Erfolg als mit den beiden Vorgängern Live Search und MSN Search. Mit Bing soll die Suche nach bestimmten Informationen möglichst zielgenaue Treffer zutage fördern. Doch schon wurde ein "Porno-Problem" entdeckt.
Die Sicherheitslücke ist unmittelbar verbunden mit der Video-Suche des neuen Portals. Um das Problem zu erkennen, genügen einige wenige Mausklicks: Zunächst ändert man die persönliche Ländereinstellung bei Bing von Deutschland auf USA.
Anschließend tippt man einen pikanten Suchbegriff ein, beispielsweise "porn", das englische Wort für Porno. Bei den Suchergebnissen bekommt der Nutzer dann den Hinweis, dass die "Safer Search" auf "moderate" eingestellt wird. Dabei handelt es sich um eine Art Kindersicherung, die aber leicht zu umgehen ist.
Denn die "Safer Search" lässt sich mit nur drei Mausklicks deaktivieren. Wird der Begriff "porn" erneut gesucht, steht zunächst noch die Firmen-Firewall im Weg.
Doch auch diese Klippe ist schnell umschifft - und zwar mit einem Klick links auf die Bing-Videosuchergebnisse. Man sieht zahlreiche kleine Bildschirme mit den Resultaten. Das Bing-Problem besteht darin, dass (anders als beispielsweise bei Google) zunächst Treffer von kommerziellen Porno-Seiten angezeigt werden. Damit erscheinen bei Bing echte Hardcore-Filme zur Auswahl. Ein weiterer Klick und der Film startet.
Ein Problem, dass den Bing-Machern einige Zeit zu schaffen machen dürfte. Dabei hatte sich Microsoft mit seinem neuen Portal so viel vorgenommen. Seit Jahren liegt das Suchmaschinenangebot des Konzerns nur auf dem dritten Platz, hinter Marktführer Google und Yahoo.
Bei Suchabfragen in den USA erreicht Live Search nach jüngsten Daten von comScore einen Anteil von 8,2 Prozent, verglichen mit 64,2 Prozent für Google und 20,4 Prozent für Yahoo. Die Reichweite ist entscheidend für den Erlös von Werbeeinnahmen mit Anzeigen, die neben der Trefferliste platziert werden.
"Wir wollen es jetzt besser machen", sagte Microsoft-Chef Steve Ballmer auf der Konferenz "D: All Things Digital" in Kalifornien. Zum Namen des neuen Suchportals befragt, antwortete Ballmer: "Der Name ist kurz, er ist einfach auszusprechen und er kann weltweit verwendet werden."
Bislang ist bing.com noch mit dem Vorläufigkeitsvermerk "Beta" versehen. Zu den auffälligsten Neuerungen gehört die Anzeige einer Spalte mit ähnlichen Suchbegriffen neben der Trefferliste. Für bestimmte Suchanfragen werden auch Kategorien angezeigt, um die Ergebnisse weiter sortieren zu können. Neben der Suche im Web gibt es auch die nach Bildern, Videos, Shopping-Angeboten, Nachrichten sowie die Anzeige von Orten im Microsoft-Kartendienst Virtual Earth.
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Quelle: AP