Düsseldorf (RPO). Groß war der Aufruhr, als Ebay im Sommer seine Verkaufsbedingungen für private Anbieter änderte. Von Oktober an mussten Verkäufer ihre Waren im Bereich Medien - also Bücher und CDs - kostenlos versenden. Der anhaltende Proteststurm hat den Anbieter von Internetauktionen nun zum Umdenken gebracht. Verkäufer müssen bestimmte Artikel nun nicht mehr kostenlos verschicken.
Die neuen Regeln, die Ebay im Oktober einführte, gingen alle zu Lasten privater Verkäufer. Sie wurden in 26 Kategorien gezwungen, Artikel wie Bücher, CDs, Kopfhörer oder Notebook-Zubehör kostenlos zu versenden. Was Ebay nicht bedachte: Der Ansturm des Protests war groß. Die Internetforen liefen heiß. Es mache "keinen Spaß mehr", die Änderung sei ein "ein Schlag ins Gesicht", "eBay wird uninteressant", "fadenscheinige Begründung" oder "ich bin sauer", hieß es da. Es wurden Tricks diskutiert, wie der kostenlose Versand zu umgehen ist, oder zum Wechsel zur Konkurrenz aufgerufen.
Der öffentliche Ärger der Verkäufer scheint etwas gebracht zu haben. Ab 8. Februar fällt die Pflicht zum Gratisversand nun weg. Stattdessen gibt es nun eine Obergrenze von sieben Euro für die Versandkosten. Und es gilt nun: Wenn Artikel als Brief verschickt wird, darf der Anbieter nicht mehr als 2,50 Euro verlangen.
Weitere Neuerungen
Doch es gibt weitere Änderungen. Ebay will sein eigenes Bezahlsystem Paypal offenbar weiter stärken. So sind Mitglieder, die selbst Waren versteigern wollen und weniger als 50 Bewertungspunkte haben, verpflichtet, künftig Paypal als Zahlungsoption anzubieten. Außerdem senkt Ebay die Anforderungen für gewerbliche Verkäufer, die an dem Powerseller-Programm teilnehmen wollen. Wer Powerseller werden will, muss nun nur noch 100 Transaktionen innerhalb eines Jahres abwickeln. Bisher lag die Hürde bei mindestens 300 verkauften Artikeln pro Monat in drei aufeinanderfolgenden Monaten.
Quelle: fb/felt