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Facebook kauft Selfie-App MSQRD
Einmal im Leben Oscar-Preisträger sein

Facebook kauft App MSQRD: Mark Zuckerberg als Iron Man
Mit MSQRD können sich Nutzer zum Beispiel in Oscar-Preisträger Leonardo DiCaprio verwandeln. FOTO: Screenshot / Twitter (Swiftimpala)
Düsseldorf. Nach dem Messenger WhatsApp hat sich das soziale Netzwerk Facebook die nächste App ins eigene Haus geholt. Mit MSQRD können Nutzer digitale Masken über das eigene Gesicht legen. Die App soll eigenständig bleiben, aber auch in Facebook integriert werden. Von Tabea Weidinger

Selfies, Selfies, Selfies. Die App MSQRD fasziniert seit Monaten das Netz. Ob der Chef oder die Kollegen - sie alle sind dem Selfie-Fieber verfallen und überziehen ihre Gesichter digital mit kreativen Masken. Jeder kann sich mit MSQRD ein anderes Gesicht geben, zum Beispiel das von Oscarpreisträger Leonardo DiCaprio.

Die kostenlose App MSQRD verzeichnet bisher mehr als 15 Millionen Nutzer und wird immer beliebter, sodass nun auch Facebook auf sie aufmerksam wurde. Gründer Mark Zuckerberg machte den drei Gründern der App ein Angebot zu einem bisher unbekannten Kaufpreis. Eugene Nevgen, Sergey Gonchar und Eugene Zatepyakin willigten ein und werden ab sofort in Facebooks Londoner Zentrale arbeiten, berichtete das Online-Magazin TechInsider. Damit nimmt Facebook auch den Konkurrenzkampf mit dem beliebten Instant-Messaging-Dienst Snapchat auf. Auch diesem wurde vor einiger Zeit von Facebook ein Angebot unterbreitet - ohne Erfolg.

Spielend leichte Bedienung

Das Besondere an MSQRD: die Video-Funktion. Dazu muss der Nutzer lediglich die Handykamera auf sein Gesicht richten und den Kopf in das eiförmige Feld auf dem Bildschirm bewegen. Anschließend kann er eine der vielen Masken und Filter auswählen und schon verwandelt sich sein Gesicht in ein anderes. Per Gesichtserkennung erfasst die App sogar die Mimik, also zum Beispiel die Mundbewegungen. Auch ein "Face Swap" ist möglich. Dabei können zwei Nutzer ihre Gesichter vertauschen.

In den sozialen Netzwerken finden sich schon tausende Selfies dieser Art. Auch Scooter-Frontman H.P. Baxxter hat MSQRD für sich entdeckt und teilt ein Selfie als Darth Maul aus Star Wars auf Facebook.

Straight outta hell...the empire strikes back..

Posted by H.P. Baxxter on  Freitag, 29. Januar 2016

Vermutlich das Erfolgsrezept von MSQRD: Es ist sehr einfach, damit kreativ zu werden und dabei einen großen Effekt zu erzielen. Wer sich schon immer einmal wie Leonardo DiCaprio bei der Oscarverleihung fühlen oder seine tierische Seite als Affe, Hase oder Hund ausleben wollte, hat mit MSQRD die Möglichkeit dazu. Ein Video als der Joker aus Batman oder ein Selfie als Zauberschüler Harry Potter? Läuft. MSQRD macht's möglich.

Die drei Köpfe hinter MSQRD

Entwickelt wurde die App vom weißrussischen Startup Masquerade Technologies. Nur drei Monate nach der ersten Veröffentlichung bricht MSQRD alle Rekorde und thront seitdem ganz weit oben in den Downloadcharts von iPhone und Android.

Nach dem Kauf durch Facebook soll die Technologie der App in das soziale Netzwerk integriert werden, trotzdem soll MSQRD als App auch weiter eigenständig bleiben. Firmenchef Eugene Nevgen verkündet in einem Blogeintrag: "Wir bei Masquerade haben hart daran gearbeitet, Videos durch das Kreieren von Filtern, die dein Aussehen verändern, spaßiger und interaktiver zu machen. Jetzt freuen wir uns, uns mit Facebook zusammenzuschließen und die Technologie an noch mehr Leute zu bringen. Innerhalb von Facebook können wir noch mehr Menschen erreichen als jemals zuvor."

Mark Zuckerberg freut sich ebenfalls über die Zusammenarbeit und hat ein Video-Selfie als Marvel-Held Iron Man veröffentlicht.

Taking a break from coding to welcome the MSQRD team to Facebook!

Posted by Mark Zuckerberg on  Mittwoch, 9. März 2016

Der Kauf von MSQRD ist nicht Facebooks erste Investition. In der Vergangenheit hat das Unternehmen unter anderem die Foto-App Instagram übernommen - für eine Milliarde Dollar. Bevor dem Markt überhaupt ein finales Produkt präsentiert werden konnte, hat Facebook außerdem das Startup Oculus gekauft. Die Firma baut Virtual-Reality-Brillen, die den Nutzer in andere Welten versetzen. Diese Erfindung war Facebook zwei Milliarden Dollar wert. Für den beliebten Messenger WhatsApp hat das soziale Netzwerk sogar stolze 19 Milliarden Dollar hingeblättert.

Jetzt ist mit der Übernahme von MSQRD zu erwarten, dass noch mehr Menschen dem Reiz verfallen, ihr Gesicht zu wechseln, wie etwa US-Model Cara Delevingne oder Comedian Jimmy Kimmel sind im MSQRD-Fieber.

 

Hier geht es zur App MSQRD im Apple App Store (iPhone) und Google Play Store (Android).

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