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Instagram erlaubt den Wechsel zwischen Konten

Infos: So wechseln Sie die Konten bei Instagram
Infos: So wechseln Sie die Konten bei Instagram FOTO: Instagram
Düsseldorf. Kleine Änderung, große Auswirkungen: Bisher konnten Instagram-Nutzer auf jedem Smartphone nur ein Konto nutzen. Jetzt können ohne Aufwand mehrere Konten parallel genutzt werden. Eine neue Flut an Instagram-Konten droht. Am Ende schützt dies aber auch die Privatsphäre der Nutzer. Von Daniel Fiene

Ein Smartphone mit mehreren Instagram-Konten? Bisher war der Wechsel zwischen unterschiedlichen Konten für Instagram-Nutzer sehr aufwendig. Künftig können Instagrammer eingeloggt bleiben und unter den Profil-Einstellungen zwischen mehreren Konten wechseln. Instagram erlaubt es seinen Nutzern, bis zu fünf unterschiedliche Konten pro Smartphone parallel zu pflegen. 

Düsseldorf: Diese Instagram-Bilder erobern das Netz FOTO: nois7

Instagram ist dafür bekannt, nur behutsam Änderungen im eigenen Netzwerk vorzunehmen. Es dauerte lange, bis sich auch Android-Nutzer anmelden konnten. Auch der Zugriff über das Web ließ sehr lange auf sich warten. Erst vor kurzem ist zudem eine ordentliche Suchfunktion für den Browser eingebaut worden. Die neue Änderung stellt jedoch die Weichen für größere Veränderungen der Community von Instagram. 

Instagram wünscht sich mehr Unternehmen auf der Plattform

In einem Demovideo zeigt Instagram, wie eine Nutzerin zwischen ihrem persönlichen Konten und dem ihres Hundes wechselt. In einer Pressemitteilung spricht der Anbiter aber nicht nur Instagrammer, sondern auch direkt Unternehmer an. In den letzten Monaten haben immer mehr Unternehmen eigene Konten gestartet, um auch auf dieser Plattform eine eigene Community aufzubauen. Mit dem nun möglichen Konten-Wechsel wird dies für Unternehmen noch einfacher.

Das sind die zehn beliebtesten Instagram-Orte weltweit FOTO: Ken Wolter / Shutterstock.com/ Ken Wolter

Das ist auch im Interesse von Instagram. In den vergangenen Monaten hat das Netzwerk die Werbemöglichkeiten für Unternehmen deutlich ausgeweitet. Wenn Unternehmen jetzt noch eigene Konten anbieten, kann Instagram ihnen weitere Werbemöglichkeiten anbieten, um ihre Kunden noch besser zu erreichen. Für Instagrammer heißt dies: In Zukunft wird es mehr professionelle und auch kommerzielle Instagram-Konten geben. Der private Touch wird in dem Netzwerk ein Stück verloren gehen. Dafür bekommen Instagrammer jetzt mehr Möglichkeiten, die eigene Privatsphäre zu schützen.

Neue Funktion schützt die Privatsphäre der Instagrammer

Neben dem Fotostream der neuen Bilder von Freunden -und künftig Unternehmen- denen man auf Instagram folgt, sind die Profile eins der zentralen Elemente der App. Sie führen dazu, dass Bilder auf Instagram weniger flüchtig als bei anderen, jüngeren Apps wie Snapchat genutzt werden. Instagram wird von den meisten Nutzern zur Selbstinzenierung des eigenen Alltags genutzt. Die Profile wirken wie ein Portfolio des eigenen Lebens. 

Ein kurzer Blick in Instagram FOTO: Instagram

Wer sich viele Profile anschaut, wird schnell ein Gefühl für die Ästhetik der Community bekommen. Instagrammer posten ihr Lieblingsoutfit, ihr Essen, ihre Freunde und ihre Lieblingslandschaft. In ihrer individuellen Ausdrucksweise ist eine erstaunliche Gleichförmigkeit zu entdecken. Instagram glaubt in seiner Mitteilung an "noch mehr Dynamik in der weltweiten Community". Nutzer haben jetzt die Möglichkeit für ausgefallenere Hobbys eigene Konten anzulegen und zwischen den eigenen virtuellen Identitäten hin und her zu wechseln. 

Besser Schutz für den Aktivitäten-Stream

Das hat auch den Vorteil, dass die eigenen Interessen der Nutzer durch Instagram-Freunde nicht so einfach ausspioniert werden können. Auf Facebook können die Vorlieben eines Nutzers anhand der "Gefällt mir"-Angaben auf einigen Seiten abgelesen werdne. Viel explizierter ist jedoch der Aktivitäten-Stream auf Instagram. Wenn ein Nutzer ein Foto mit einem Herz versieht, dann bekommen das dessen Freunde im Aktivitäten-Stream zu sehen.

Gefallen dem Nutzer viele Fotos, ergibt sich ein ziemlich genaues Profil: Gefallen dem Instagrammer auffällig viele Selfies junger Mädchen? Oder ist die Person eher in der Gothic-Szene unterwegs? Oder wird doch heimlich an einem Reiseplan für den nächsten Sommer gebastelt? Künftig können sich Nutzer, die ihre visuellen Vorlieben nicht so gerne verraten, mit einem weiteren privaten Konto arbeiten.

Die neue Funktion wird von Instagram im Rahmen des Updates 7.15 für das iPhone und Android-Smartphones zur Verfügung gestellt. Das Update soll in Kürze verfügbar sein.

Instagram hatte im Januar 400 Millionen aktive Nutzer gemeldet, darunter neun Millionen aktive Nutzer in Deutschland. Die Heimat von Instagram ist in San Francisco. 2010 ist die App von Kevin Systrom und Mike Krieger für das iPhone veröffentlicht worden. Im April 2012 gab es auch die erste Version für Android-Geräte. Im gleichen Monat kündigte Facebook die Übernahme des Foto-Dienstes für rund 760 Millionen US-Dollar an. 

(RPO)
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