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Geplante App Peeple
Stasi für die Hosentasche

Peeple: App bewertet Menschen wie Dinge
Mit Peeple sollen Menschen andere Menschen bewerten. FOTO: Peeple/Facebook
Düsseldorf. Mit Peeple, einer im November in den USA erscheinende App, sollen Nutzer ihre Mitmenschen bewerten können – in den Kategorien "Beruflich", "Persönlich" und "Dating". Schon jetzt hagelt es Kritik. Von Joris Hielscher

Peeple funktioniert ähnlich wie Reiseportale mit einem Fünf-Sterne-System. Dabei können die zu bewertenden Personen von Dritten angemeldet werden. Widerspruchsmöglichkeiten sind nicht vorgesehen.

In den drei Kategorien können bis zu fünf Sterne nach dem üblichen System vergeben werden: Fünf Sterne sind super, null Sterne schlecht. Die Bewertungen sind online über die App zu sehen. Öffentlich kann so über den Charakter von Menschen geurteilt werden.

Was für Datenschutzexperten schon jetzt nach einem digitalem Alptraum klingt, wird noch schlimmer: Denn Nutzer können Profile für andere Menschen anlegen, ohne vorher deren Einwilligung eingeholt zu haben.

Sie können ein Profil zum Beispiel von ihrem Nachbarn anlegen mit vollem Namen und Foto. Allein eine Telefonnummer von der zu bewertenden Person ist notwendig, die dann per SMS die Nachricht erhält, dass es nun ein Profil von ihr in der App gibt.

Kaum Eingriffsmöglichkeiten

Wenn einmal ein Profil existiert, hat die Person, über die geurteilt wird, offenbar so gut wie keine Eingriffsmöglichkeiten. Wer eine schlechte Bewertung erhält - zwei Sterne oder weniger - hat 48 Stunden Zeit, mit der Personen, von der das Urteil stammt, in Kontakt zu treten. In dieser Zeitspanne kann die Person umgestimmt werden.

Gelingt das nicht, geht die negative Wertung online. "Aber man kann sich öffentlich verteidigen", erklärte Julia Cordray in einer kanadischen Nachrichtensendung "CTV Primetime News".

Die Kanadierin Cordray hatte zusammen mit der US-Amerikanerin Nicole McCullough die Idee für diese App. Es gebe so viele Menschen in der näheren Umgebung – Nachbarn, Lehrer, die die eigenen Kinder unterrichten, Babysitter – über die man nichts wisse und über die online nichts zu erfahren sei, erzählte Cordray in der Sendung. Ein großes Problem. "Wie soll man herausfinden, wie jemand wirklich ist?" Die App löse das Problem.

Durch die Informationen, die durch die Online-Bewertung gewonnen würde, könne man zum Beispiel bessere Babysitter und neue Jobs finden. Zielgruppen sind Eltern, Singles und Berufstätige, die sich beruflich weiterentwickeln wollen. "Peeple ist eine positive App für positive Leute", schreiben die Macherinnen auf ihrer Homepage.

Die US-amerikanische Tageszeitung "The Washington Post" berichtet, dass deren Unternehmen 7,6 Millionen wert sei und die beiden Gründerinnen auf der Suche nach weiteren Investoren seien.

Heftige Kritik

Gar nicht begeistert sind dagegen die Nutzer in den sozialen Netzwerken. Auf Twitter und Facebook gab es in den vergangenen Tagen heftige Kritik an der geplanten App.

 

 

 

 

 
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