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Kleinkrieg der Messenger-Apps?
WhatsApp: Links zu Telegram blockiert

Fotos: WhatsApp vs. Telegram - Links blockiert
Fotos: WhatsApp vs. Telegram - Links blockiert FOTO: Christoph Schroeter
Düsseldorf. Krieg der Messenger-Apps? WhatsApp blockiert offenbar Links, die zur Konkurrenz Telegram führen. Das berichten immer mehr Nutzer. Dabei hätte WhatsApp ein solches Scharmützel mit dem vergleichsweise kleinen Mitbewerber gar nicht nötig. Von Christoph Schroeter

Wer auf seinem Android-Smartphone die aktuelle WhatsApp-Version 2.12.367 hat, bei dem werden Links zu Domains wie telegram.me oder telegram.org blockiert. Ebenfalls die nicht zu dem Messenger gehörende und zum Verkauf stehende Seite telegram.de ist nicht per Klick erreichbar.

Auch können die "telegram"-Adressen nicht kopiert oder an andere WhatsApp-Kontakte weitergeleitet werden. Auf der Plattform reddit.com wird der Umstand heftig diskutiert, bereits über 730 Kommentare sind zu der Meldung eingelaufen.

Angeblich WhatsApp-Update ausgespielt

Telegram hat den Umstand gegenüber der US-Seite "The Verge" bestätigt. Man habe die Blockade am frühen Dienstagmorgen bemerkt. Betroffen sei die vor ein paar Tagen ausgespielte Version 2.12.367 von WhatsApp, mit der auch ein paar größere Updates ausgespielt wurden (Bericht darüber hier).

WhatsApp-Update - das sind die neuen Funktionen FOTO: Christoph Schroeter

Allerdings, so heißt es von Telegram, sei am Dienstag eine neue Version mit der gleichen Nummer von WhatsApp ausgespielt worden. Alle Geräte, die diese Version bekommen hätten, seien von der Blockade betroffen. Dieser Umstand kann von unserer Seite nicht bestätigt werden: Auf unserem Testgerät sind automatische App-Updates deaktiviert, somit befindet sich dort die Ur-.367-Version, die aber auch die Telegram-Blockade zeigt.

Die iOS-Version 2.12.12 auf unseren iPhone 5 zeigt das Blockade-Verhalten noch nicht. Dort können die entsprechenden Links weiterhin angeklickt, kopiert und weitergeleitet werden.

Die WhatsApp-Mutter Facebook hat sich zu der Thematik noch nicht geäußert. Ganz neu ist die Idee in dem Haus aber nicht, Links in Messenger-Anwendungen zu sperren. "Wired" berichtete bereits im November 2010 darüber, dass im Messenger von Facebook Links zu illegalen File-Sharing-Seiten wie Pirate Bay nicht mehr geteilt werden konnten. Facebook begründetet das damals, dass so die Verbreitung von Spam unterbunden werden sollte.

Betroffen von der Blockade ist übrigens auch die US-Tageszeitung "Telegram" aus Worcester in Massachusetts, Links zu deren Seite www.telegram.com sind auch nicht mehr erreichbar.

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