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Sicher chatten und telefonieren
So funktioniert die Verschlüsselung bei WhatsApp

Infos: Schritt für Schritt zur WhatsApp-Verschlüsselung
Infos: Schritt für Schritt zur WhatsApp-Verschlüsselung FOTO: Screenshot / WhatsApp
Düsseldorf. WhatsApp-Nutzer können ab sofort sicher chatten und telefonieren - ohne dass jemand mitlesen oder mithören kann, verspricht das Unternehmen. Wir zeigen, wie das funktioniert. Von Henning Bulka

Grundlage für die sichere und geschützte Kommunikation bei WhatsApp ist - wie bei anderen Messengern auch - die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das bedeutet: Was zwischen zwei Smartphones hin und her geschickt wird, ist auf dem gesamten Weg mit einem virtuellen Schloss gesichert. Nur Absender und Empfänger können das Schloss öffnen.

Verschlüsselt chatten und Sicherheit prüfen

  1. Um die Verschlüsselung bei WhatsApp zu nutzen, müssen sich Nutzer nur darum kümmern, dass sie die aktuellste Version des Messengers installiert haben. Diese steht nun für alle Plattformen zur Verfügung, vom iPhone über Android-Geräte bis zu Windows Phones.
  2. Chattet ein Nutzer nun mit einem Freund, der ebenfalls eine verschlüsselungstaugliche Version installiert hat, werden die Nachrichten automatisch sicher verschickt, versprechen WhatsApp und die Partner-Entwickler von Open Whisper Systems. Dazu wird ein Hinweis im Chat angezeigt. Das gilt demnach auch für Gruppenchats (wenn alle die neueste Version der App haben), Anhänge, Sprachnachrichten und Anrufe über WhatsApp.
  3. Dass die Verschlüsselung funktioniert, erkennen Nutzer an einem kleinen Schloss. Dieses wird in den Kontaktinformationen des anderen Nutzers angezeigt (oben im Chat auf den Namen tippen).
  4. Zwei Nutzer können zusätzlich überprüfen, ob die Verschlüsselung korrekt funktioniert. Dazu müssen sie den Code vergleichen, der dafür verwendet wird. Er wird angezeigt, sobald man in den Kontaktinformationen auf das Schloss tippt. Dann können beide Nutzer entweder ihre Smartphones nebeneinander legen und den angezeigten Code vergleichen - oder den QR-Code auf dem anderen Smartphone abscannen. Stimmen die Codes überein, zeigt die App einen grünen Haken an.

Hier erklären wir die Verschlüsselung noch einmal mit Screenshots aus der App.

US-Regierung will Verschlüsselung knacken

Die Technik für die Verschlüsselung hat WhatsApp in Zusammenarbeit mit Open Whisper Systems entwickelt. Die Software-Entwickler wollen nach eigenen Angaben "private Kommunikation einfach machen". Apps von Open Whisper wurden in der Vergangenheit auch von Whistleblower Edward Snowden als positive Beispiele genannt.

WhatsApp hat nach jüngsten Angaben eine Milliarde Nutzer. Mit der jetzt eingeführten Verschlüsselung soll perspektivisch keine einzige Nachricht mehr im Klartext verschickt werden. Das bedeutet: Auch WhatsApp selbst kann die Nachrichten nicht mehr auslesen. Damit kann das Unternehmen die Inhalte auch nicht mehr an Sicherheitsbehörden weitergeben.

Erst Mitte März war bekannt geworden, dass die US-Regierung offenbar daran arbeitet, die Verschlüsselung bei WhatsApp zu knacken. Diese bestand zu diesem Zeitpunkt schon auf einigen Geräten. In einem konkreten Fall war offenbar die richterlich angeordnete Überwachung eines Smartphones an der Verschlüsselung gescheitert.

Mit Material von dpa.

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