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Betriebssystem
Ab Samstag kostet Windows 10 Geld

Microsoft Windows 10 nicht mehr kostenlos - ab Samstag 125 Euro
Das neue Windows 10 ist bei vielen Nutzern beliebt. FOTO: Microsoft
Düsseldorf. Microsoft beendet den kostenfreien Wechsel zu neuen Betriebssystem für Nutzer der beiden Vorgängerversionen. Wer noch kostenfrei von Windows 7 oder 8.1 auf die neue 10er-Version umsteigen will, muss sich sputen. Von Ludwig Jovanovic

Zwar nicht pünktlich um Mitternacht, aber doch in der Nacht zu Samstag endet das Gratis-Angebot von Microsoft - ein Jahr, nachdem das neue Betriebssystem eingeführt worden ist. Nutzer müssen dann 135 Euro für die Home- und 279 Euro für die Pro-Version bezahlen.

"Wir sind zufrieden mit der Entwicklung", sagt Markus Nitschke, Leiter des Geschäftsbereichs Win-dows bei Microsoft mit Blick auf die Einführungsphase. Mehr als 350 Millionen Rechner weltweit nutzen mittlerweile das neueste Betriebssystem des Redmonder Software-Unternehmens. So rasant habe sich keine Windows-Version durchgesetzt, sagt Nitschke.

Dafür geht Microsoft indes auch einen neuen Weg: Sieben Millionen Nutzer nehmen am sogenannten Insider-Programm teil. Sie stellen ihre Erfahrungen, ihre Probleme sowie ihren Umgang mit Windows 10 dem Software-Unternehmen zur Verfügung. Und diese Daten mündeten nun im nächsten großen sogenannten "Anniversary Update", das am 2. August kostenfrei ausgerollt wird.

Das neue Windows 10 im Schnell-Test FOTO: RPO/Christoph Schroeter

Dazu zählen einige Detailverbesserungen: Alle Programme und kleinere Anwendungen, die Apps, werden nun alphabetisch sortiert im Startmenü angezeigt. Die Systemsteuerung und die Schaltfläche zum Herunterfahren des Rechners lassen sich zudem mit einem Klick erreichen. "Aber auch bei der Sicherheit des Systems, beim Schutz vor Datenverlust oder vor Schadsoftware haben wir einiges verbessert", sagt Nitschke.

Neu ist die Unterstützung biometrischer Daten zur Anmeldung: Die Funktion "Windows Hello" erlaubt die Einbindung eines Fingerabdrucksensors, aber auch der Kamera beispielsweise eines Notebooks. Ist das Gesicht des Nutzers einmal digital erfasst, kann er sich mithilfe der Kamera sofort bei Windows 10 anmelden - und bei Bedarf auch auf Internetseiten, die eine Anmeldung verlangen. Die Zeiten, in denen man sich diverse Passwörter merken und eintippen musste, scheinen damit vorbei - wenn man "Hello" nutzen möchte.

Ebenfalls neu ist die Funktion "Windows Ink" (Tinte): Mit einem Eingabestift und einem berührungssensitiven Bildschirm - so wie bei Microsofts 2-in-1-Tablet-Hybrid "Surface" - kann man auf dem Monitor umgehend Notizen handschriftlich hinterlegen oder schnell Skizzen zeichnen, die sofort digital erfasst und gespeichert werden - selbst wenn man sich noch nicht in Windows 10 angemeldet hat. Wer dann noch der Windows-Assistentin Cortana weitgehende Freiheiten einräumt, kann ihre Intelligenz nutzen, "um beispielsweise bei der Angabe von zwei Buchstaben samt Nummer sofort den passenden Flug herauszusuchen, im Terminkalender zu hinterlegen und rechtzeitig daran zu erinnern", erklärt Nitschke. Und auch Cortana, die derzeit eine Million Anfragen täglich verzeichnet, wird sich mit dem großen Update bereits vom Sperrbildschirm aus nutzen lassen.

Dem Browser Edge wird mit dem Update die Möglichkeit gegeben, Erweiterungen, sogenannte Extensions, zu nutzen. Damit öffnet man Edge für Drittentwickler, die neue Funktionen programmieren können, die ein Nutzer nach Bedarf installieren kann. Das ist inspiriert von Googles Konkurrenzbrowsern Chrome und Firefox. Edge zieht nun nach und wird zu einem an die eigenen Wünsche anpassbaren Fenster zum Internet, in dem sich die Lieblingsseiten zudem fixieren lassen - damit sie bei jedem Start des Browsers sofort zur Verfügung stehen.

Auch für Spieler wird das Update eine wichtige Funktion beinhalten: Programme, die für die Konsole Xbox One gekauft wurden, sind umgehend auch auf dem PC verfügbar und umgekehrt. Spielstände werden synchronisierst, so dass "der Nutzer zwischen PC und Konsole wechseln kann und immer dort weitermacht, wo er auf der anderen Plattform aufgehört hat", so Nitschke.

Quelle: RP
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