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Bye-bye, freies Internet
RP Plus: Bye-bye, freies Internet
FOTO: Phil Ninh
Digitale Polizei-Patrouillen, Klarnamen-Zwang und lückenlose Überwachung: Die EU will das Internet stärker kontrollieren – Titelstory der neuen Ausgabe von RP Plus, die ab sofort zum Download zur Verfügung steht. Von Martin Bewerunge

Der Name ist Programm: "Clean IT" ("Saubere Informationstechnik") heißen die neuesten Internet-Kontrollpläne aus Europa. Der Name kann auch als Befehl verstanden werden: "Räum auf!" Um Netzsäuberung geht es den Machern in Brüssel tatsächlich. Provider sollen sich zu Überwachungs-, Sperr- und Filtermaßnahmen verpflichten, um "die illegale Nutzung des Netzes zu bekämpfen". Die Polizei soll in sozialen Netzwerken "patrouillieren". Die Betreiber von sozialen Netzwerken, Chats, E-Mail- und Internettelefon-Diensten sowie Internetforen sollen verpflichtet werden, nur Registrierungen mit realem Namen zu erlauben und nur echte Bilder von ihren Nutzern zuzulassen. Das sind nur einige brisante Vorschläge aus dem vertraulichen Arbeitspapier, das jetzt vorzeitig an die Öffentlichkeit geraten ist. Kritiker erwarten eine massive Einschränkung der allgemeinen Internetfreiheit. Schlimmer ist allerdings, dass sich keine Hinweise auf eine demokratische Kontrolle finden. RP-Plus-Autor Sven Grest hat sich mit den Auswirkungen beschäftigt, die ein solches Vorhaben nach sich ziehen könnte.

Zeitsprung: In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es kein Internet, keine Handys, dafür jede Menge "old economy": Hochöfen, Fördertürme, rauchende Schlote. Das Ruhrgebiet war der Maschinenraum des deutschen Wirtschaftswunders. Die Menschen hatten wenig. Sie arbeiteten hart in schmutzigen und gefährlichen Gruben unter Tage. Oben gab es immer noch eine Menge Ruinen. Aber man freute sich, dass der Hunger vorbei war, dass es ein Bier zum Feierabend gab, den Taubenzuchtverein und den Fußball. Der Bildband "Koks und Cola" hat diese Zeit in 300 meisterhaften Fotografien aus dem Fotoarchiv des Ruhr Museums Essen eingefangen, von denen eine Auswahl in dieser Ausgabe von RP Plus zu sehen ist.

Können die Deutschen überhaupt Gala?, hat sich RP-Plus-Autorin Gesa Evers gefragt, als die Verleihung des deutschen Fernsehpreises anstand. Denn nichts ist steifer und staatstragender als eine deutsche Preisverleihung. Aber dann war es so, als würden zwei natürliche Gegensätze plötzlich harmonieren: Gala und Witz. Dabei machten die Moderatoren Olaf Schubert und Oliver Welke nur das Naheliegende. Sie legten die Absurdität einer Branche offen, die sich ausschließlich um sich selbst dreht. Deshalb lautet die Antwort: Die Deutschen können Gala, wenigstens ein bisschen. Das lässt für Bambi und Goldene Kamera hoffen. Ein ganz kleines bisschen wenigstens.

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Viel Vergnügen bei der Lektüre wünscht

Martin Bewerunge

Chef vom Dienst Rheinische Post

Quelle: seeg
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