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Krankenkassen-Studie
Computerspielsucht trifft vor allem Jungs im Teenager-Alter

Computerspielsucht: Jungs im Teenager-Alter besonders anfällig
Die Sucht ist meist die Folge anderer psychischer Erkrankungen. FOTO: 3527
Berlin. Einer Krankenkassen-Studie zufolge sind Jungen im Teenie-Alter besonders anfällig für Computerspielsucht: Laut dem  Report "Game Over" erfüllen 8,4 Prozent der männlichen zwischen Zwölf- und 25-Jährigen die Kriterien.

Mit etwa 15,5 Jahren sind Betroffene im Schnitt deutlich jünger als Befragte ohne Befund mit 19 Jahren. Das sagte der Ärztliche Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters, Rainer Thomasius am Donnerstag. Die seltener computerspielsüchtigen Mädchen und junge Frauen mit eingerechnet, zeigen knapp sechs Prozent der Menschen in der Altersgruppe Anzeichen von Computerspielsucht.

Der Report "Game Over" ist den Angaben zufolge die erste Untersuchung mit einer repräsentativen Stichprobe zur Häufigkeit von Computerspielsucht in Deutschland. Das Forsa-Institut befragte dafür 1531 Mädchen und Jungen, junge Frauen und Männer, eingeordnet wurden die Ergebnisse vom Suchtexperten Thomasius.

Sucht meist Folge anderer psychischer Erkrankungen

Wer auf mindestens fünf von neun Standardfragen mit Ja antwortete, wurde als computerspielsüchtig gewertet. Umfrageteilnehmer mussten zum Beispiel beantworten, ob sie spielten, um Unangenehmes zu verdrängen und ob sie ohne Spielmöglichkeit unglücklich waren. Oder ob sie wegen des Spielens mit anderen in Streit geraten sind und Hobbys, Freunde und Familie vernachlässigt haben. Dabei war egal, ob die Befragten am PC, Tablet, Konsole oder Smartphone spielten.

Maßloses Computerspielen ist hierzulande nicht als eigenständige Krankheit anerkannt. Unter Fachleuten ist umstritten, ob es nicht eher Folge anderer psychischer Krankheiten ist. Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler sprach sich bei der Studienvorstellung für die Anerkennung als eigenständiges Krankheitsbild aus. Dies müssten Gremien der Wissenschaft entscheiden. Die Umfrage-Ergebnisse bewertete Mortler als "beunruhigend".

Das Diagnose-Handbuch DSM-5 der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung führt seit drei Jahren Kriterien zur Diagnose einer Computerspielsucht auf. Diese waren maßgeblich für die Fragestellungen im Report.

(isw/dpa)
 
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