kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

IPTV: Die neue Art des Film- und Fernsehens

VON KONRAD BUCK - zuletzt aktualisiert: 03.08.2007 - 17:42

Düsseldorf (RP). Beim Internetfernsehen, im Fachjargon auch IPTV genannt, geht es um nicht mehr und nicht weniger als die Verschmelzung des Internet mit dem Fernsehen. Wie das im einzelnen funktioniert, wollen wir einmal erklären.

Nach gängigem Verständnis ist IPTV die Übertragung von Fernsehinhalten über ein digitales Datennetz unter Verwendung des dem Internet zugrunde liegenden Internet Protokolls (IP). Dabei kann die Ausstrahlung der Programme auch auf einzelne Anbieter-Netze beschränkt werden. Ein erfolgreiches Angebot setzt voraus, dass die Qualität der Bildübertragung ausreichend hoch sein sollte, um zumindest eine mit dem traditionellen Fernsehen vergleichbare Bildqualität zu gewährleisten. Außerdem sollten die Sendeinhalte des traditionellen Fernsehens Bestandteil der IPTV-Angebote sein.

Unter die neuen „Bewegtbild-Angebote durch Festnetzbetreiber“ fallen insbesondere VoD-Dienste (Video-on-Demand) und Video-Streaming als essentielle Bestandteile von Triple-Play-Angeboten, da diese TV-Varianten früher oder später ein Teil der neuen Formate im Programm-Portfolio der Fernsehsender sein werden.

Als weiteren Vorteil führen die Vertreter des „neuen Fernsehens“ die Interaktivität an. Über einen Rückkanal kann der Zuschauer stärker als bisher in das Programm einbezogen werden. Und durch Verwendung eines digitalen Videorecorders und das Speichern von Programmteilen auf einer Festplatte wird außerdem zeitversetztes Fernsehen (time shift) möglich. Unter dem Strich erhalten die Kunden im Idealfall so im Bündelangebot ein besseres (TV-)Angebot zu geringeren Kosten sowie Rechnung und Service aus nur noch einer Hand.

Erst DSL macht IPTV technisch möglich

Technisch gesehen ist IPTV nach Auskunft von VATM-Chef Jürgen Grützner ein paketvermittelter Datendienst, bei dem die Fernsehsignale auf Basis der IP-Technik komprimiert, codiert und übertragen werden. (VATM = Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten) Zwar wird hierbei jeweils nur ein Programm über die Leitung zum Konsumenten transportiert. Bei ausreichender Übertragungskapazität können über IPTV jedoch auch beliebig viele Programme gleichzeitig angeboten werden.

Bei den herkömmlichen Verbreitungsarten des Fernsehens ist die Anzahl der Kanäle dagegen durch den jeweils festgelegten Frequenzbereich begrenzt. IPTV ist dabei grundsätzlich nicht an die Übertragungsplattform Internet gebunden, denn die digitalen Datenströme lassen sich gleichermaßen über Satellit, Fernsehkabel, Antenne oder Telefon- und Mobilfunknetze übertragen. Wird IPTV auf einem Fernseher empfangen, ist eine Set-Top-Box notwendig, die das DSL-Videosignal für den Fernseher in ein analoges Signal umwandelt.

Die Übertragung von Bewegtbildern erfordert Grützner zufolge aufgrund der großen übertragenen Datenmengen jedoch eine relativ hohe Bandbreite der Übertragungsplattform. Je nach Kompressionsverfahren benötigt IPTV derzeit eine Datenrate von etwa drei MBit/s für eine Darstellung in konventioneller Auflösung (PAL-Standard) und schon acht MBit/s für das hochauflösende Fernsehen HDTV (High Definition Television). Für Endkundenhaushalte interessant wird IPTV damit also erst bei einer garantierten Übertragungsrate ab 16 Mbit/s und ab 24 Mbit/s sind die potentiell drei parallelen HDTV-Kanäle möglich. Erst mit der Implementierung von ADSL2+ bzw. VDSL2 oder vergleichbaren Technologien wird IPTV damit also technisch überhaupt sinnvoll möglich.

Aufgrund der Eigenheiten von Echtzeitdiensten ist darüber hinaus noch ein recht hoher Grad an Verlässlichkeit der Datenübertragung erforderlich, denn Datenverluste und selbst kurze Zeitverzögerungen (Delay) bei der Übertragung können die Dienstequalität erheblich beeinträchtigen. Bekannt ist dieser Effekt beispielsweise von DVB-T, der digitalen TV-Übertragung in den terrestrischen Netzen via Antenne.

Was erhält der Kunde für sein Geld?

In Ländern wie Großbritannien, Frankreich oder Italien gibt es IPTV schon seit längerer Zeit. In Deutschland sind bisher nur wenige Provider mit IPTV-Angeboten am Markt – und das auch erst seit wenigen Monaten. Dabei beschränken sich die Anbieter bislang darauf, die Inhalte zu übernehmen und nicht selbst zu produzieren. Auch hierzulande erreichen IPTV-Angebote erste Nutzer, bislang allerdings zu wenig, um signifikanten Einfluss auf die Medienkonzentration und somit die Meinungsbildung auszuüben.

Das in verschiedene Inhalte verpackte IPTV-Repertoire umfasst derzeit vor allem Video-on-Demand und ein Angebot von 60 bis 120 Fernsehprogrammen (inklusive Free-TV, teils Spartenprogramme), die man gestaffelt nach Inhalten und Übertragungsgeschwindigkeiten (6 MBit/s bis 18 MBit/s) abonnieren kann. Die Preise bewegen sich zurzeit je nach Anbieter und Paket zwischen 4,99 für einen Blockbuster-Download bis 95 Euro monatlich für ein Triple Play-Komplettpaket plus Hardwarekosten.

Außerhalb der Verteilwege über die Telekommunikationsnetze entstehen ebenfalls interessante Initiativen, um die neuen Medienangebote einem breiten Nutzerkreis zukommen zu lassen. Einige sind von den öffentlich-rechtlichen sowie privaten Sendern selbst initiiert, indem zum Beispiel auf den eigenen Webseiten Filme und Serien-Dauerbrenner zum Download bereitgestellt bzw. Sendungen nach der regulären Ausstrahlung im Internet verfügbar gemacht werden (Streaming). Längst sind auch die Videotheken ins Internet eingezogen und bieten Filme und Fersehserien zum breitbandigen Download an.

Neben dem traditionellen TV werden mit Hilfe der neuen Web 2.0-Techniken auch aus den Gefilden kreativer Startups zurzeit zahlreiche Projekte angekurbelt. Zum einen werden nach dem Prinzip von werbefinanzierten Peer-to-Peer-Tauschbörsen für audiovisuelle Inhalte Video- und Fernsehprogramme aus aller Welt kostenlos verfügbar gemacht (beispielsweise Joost, Zattoo und Babelgum oder auch BitTorrent, TVU Networks oder SopCast). Zum anderen sind eine ganze Reihe von Plattformen entstanden, die primär User Generated Content anbieten – also Videobeiträge, die von den Zuschauern selbst stammen (Paradebeispiel hier: YouTube).


 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
"Flame" keine Bedrohung für Deutschland

Neuer Computer-Virus

"Flame" keine Bedrohung für Deutschland

Der neue Computer-Virus Flame stellt nach Einschätzung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) keine Bedrohung für ... mehr 

Actionreicher Sommer plus Hirnschmalz

Neue Konsolenspiele

Actionreicher Sommer plus Hirnschmalz

Eine Drachenjagd in fremden Fantasywelten und Wettrennen auf der Tartanbahn - Konsolenspielern steht ein actionreicher Sommer bevor. mehr 

mehr Digitales
Aus der Region

Neues Smartphone-Flaggschiff von Samsung

Verkauf des Galaxy S3 startet

Computervirus "Flame"

Neue Runde im Cyberkrieg um den Iran

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Mehr digitales

Neuer Computer-Virus

"Flame" keine Bedrohung für Deutschland

Der neue Computer-Virus Flame stellt nach Einschätzung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) keine Bedrohung für Deutschland dar. mehr

 

Neue Konsolenspiele

Actionreicher Sommer plus Hirnschmalz

Eine Drachenjagd in fremden Fantasywelten und Wettrennen auf der irdischen Tartanbahn - Konsolenspielern steht ein actionreicher Sommer bevor. Neben schnellen Reflexen ist in vielen Spielen aber auch ein wenig Hirnschmalz gefragt. mehr

 

Neues Smartphone-Flaggschiff von Samsung

Verkauf des Galaxy S3 startet in Deutschland

 

Computervirus "Flame"

Neue Runde im Cyberkrieg um den Iran

 

"Pantone 5" mit Strahlungsdetektor

Neues Handy warnt vor Radioaktivität

 

Tausende Rechner von "Flame" befallen

Experten finden gefährlichen Computer-Virus

Konsolenspiele für den Sommer 2012
Konsolenspiele für den Sommer 2012
Eine Drachenjagd in fremden Fantasywelten .. mehr 
 
Konsolenspiele für den Sommer 2012
Konsolenspiele für den Sommer 2012
Eine Drachenjagd in fremden Fantasywelten ..
mehr 
Dieses Handy soll vor radioaktiver Strahlung warnen
Dieses Handy soll vor radioaktiver Strahlung warnen
Der japanische Telekommunikationskonzern ..
mehr 
Kim Kardashian twittert gegen Langeweile
Kim Kardashian twittert gegen Langeweile
Sonnebrand! Die in Hollywood vor allem durch Rote-Teppich-Auftritte be ..
mehr 
2004 bis 2012: Chronologie des Facebook-Aufstiegs
2004 bis 2012: Chronologie des Facebook-Aufstiegs
In rund acht Jahren hat Facebook es von einem Studenten-Projekt zum Mi ..
mehr 
Anzeige:
Top-Services
 
Aus der digitalen Welt

Emoticons

Was Smiley und Co. bedeuten

Das Chatten im Internet hat den Nachteil, dass man komplett ohne Gestik und Mimik auskommen muss - vieles kann so missverstanden werden. Abhilfe schaffen die Emoticons, die die Mimik nachahmen. mehr

 

Die größten Fehleinschätzungen der Technik-Welt

So kann man sich irren

 
 

Anonymous erklären Drogenkartell den Krieg

"Lieber stehend sterben als kniend leben!"