Nichts mehr wie es einmal war: Bilanz: Games Convention Online in Leipzig
VON DANIEL HECHT - zuletzt aktualisiert: 02.08.2009 - 18:10Düsseldorft (RPO). Die Games Convention war einmal, es lebe die Games Convention Online: Mit dem neuem Fokus auf Online-Spiele versuchte Leipzig dieses Jahr an der Erfolg der Vorjahre anschließen zu können. Doch hat die Messe sowohl für Hersteller als auch Spieler deutlich an Attraktivität verloren.
Wer die Games Convention der vergangenen Jahre mit der neuen Ausgabe vergleicht, gerät zunächst ins Stutzen: Längst nicht alle Hallen sind belegt, die anderen Messeräume bleiben weitläufig und leer. Keine Menschenmassen, welche sich durch die Gänge drücken, kein Ansturm auf ausliegende Spiele.
Am Ende sind es 43.000 Besucher, die die Spielmesse besucht haben. Zum Vergleich: 2008 war die Besucherzahl auf über 200.000 engewachsen. 90 Prozent der Gäste seien Online-Spieler gewesen. "Damit haben wir genau die Zielgruppe erreicht, die von der Branche erwartet wurde", sagte Messechef Wolfgang Marzin am Sonntag zum Abschluss der dreitägigen Messe. Knapp 90 Prozent der Aussteller hätten bereits ihr Kommen für 2010 angekündigt.
Auf 40.000 Quadratmetern hatten sich insgesamt 74 Aussteller aus acht Ländern präsentiert. Unter den 150 gezeigten Spielen waren 50 Welt- und Europapremieren. Partnerland der ersten derartigen Messe war die Republik Korea.
Die Anbieter der Online-Spiele zogen ein positives Fazit. Heiko Hubertz, Gründer und CEO vom Spielemacher Bigpoint, fasst zusammen: "Für uns hat sich der Stand im Business Center auf jeden Fall gelohnt. Unsere Erwartungen wurden erfüllt, und die erste GCO zeigte sich sehr professionell. Die Spezialisierung auf den Online- und Mobile-Spiele- Bereich befürworten wir und sind gespannt auf 2010."
Online-Games im Aufwind
Die Messe bedient eine Sparte, die viele Experten als das große Ding der Zukunft betrachten. Denn: Immer mehr Leute spielen Browser-Games und diverse Minispiele am PC oder per Download auf dem Handy und aktuellen Konsolen. Die Preise sind recht niedrig, der Spielspaß schwankt von einer Vielzahl an sauren Gurken bis zu wirklichen Highlights.
Einen der größten Stände vertrat Browser-Games Lieferant "Bigpoint", der mit Spielen wie "Seafight" oder "Dark Orbit" zu den Top Playern gehört. Wer die Spiele einmal selbst (natürlich kostenlos!) testen will, der findet übrigens auch hier bei RP ONLINE Gelegenheit dazu.
Leipzig hatte von 2002 bis 2008 die Games Convention ausgerichtet und mit der für Deutschland neuartigen Messe Erfolgsgeschichte geschrieben. Von anfänglichen 80.000 Besuchern im Jahr 2002 mauserte sich die Messe zu einer stolzen Zahl von 203.000 Besuchern 2008. Somit war sie die weltweit erfolgreichste Messe für herkömmliche Videospiele und übertraf sogar die Konkurrenz aus Amerika: Die Electronic Entertainment Expo in Los Angeles konnte 2008 aufgrund neuer Struktur nicht daran anschließen.
Auch China fand großes Interesse an dem neuen Format: Vom 6. bis zum 9. September 2007 fand in Singapur mit der Games Convention Asia erstmals ein asiatischer Ableger der Games Convention statt, für die strukturell neu aufbereitete Games Convention Online stellt man ebenfalls einen asiatischen Zwilling in Aussicht.
Noch mehr Spiele bald in Köln
In diesem Jahr wird die ursprüngliche Games Convention unter dem Namen Gamescom erstmals in Köln veranstaltet. Herstellergrößen wie Sony, Microsoft und Nintendo sind ebenso dabei, wie die wichtigsten Third Parties: Darunter Branchenriesen EA, Ubisoft und Activision.
Neben zahlreichen neuen Spielen für Xbox 360, Wii und Playstation 3 gibt es ein Entertainment-Programm sowohl auf der Messe und in der Domstadt verteilt. Zum Auftakt des Events spielen unter anderem Die Toten Hosen das komplette Programm ihrer aktuellen Tour.
Vom Donnerstag, dem 20.08.2009 bis zum Sonntag, dem 23.08.2009 steht die Messe allen Besuchern offen, Tageskarten kosten zwischen 10 und 15 Euro. Wer mehr wissen, der riskiert einen Blick auf die offizielle Seite der Gamescom.
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