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"Civilization VI"
Das Ruhrgebiet ist ein Weltwunder – zumindest virtuell

"Civilization VI": Das Ruhrgebiet ist ein Weltwunder. Zumindest virtuell!
FOTO: 2K Games
Düsseldorf. Leute aus dem Pott haben es immer gewusst: Das Ruhrgebiet ist mehr als ein Name oder eine Region. Und im neuen, sechsten Teil der Computer-Spielereihe Civilization ist das "Ruhr Valley" tatsächlich ein Weltwunder. Von Ludwig Jovanovic

Die markante Zeche Zollverein markiert auf der schicken 3-D-Karte das "Ruhr Valley", das der Spieler in einer seiner Städte errichtet. Es ist im Aufbau-Strategie-Spiel Civilization VI eins der der Weltwunder, das dem Spieler Boni gewährt – bei der Produktion anderer Bauwerke und spezieller Einheiten. Vorausgesetzt man baut das "Ruhr Valley" an einen Fluss und direkt neben ein Industriegebiet. Die Entwickler von Firaxis Games verbeugen sich damit vor der historischen Bedeutung des Ruhrgebiets mit seinen Kohleminen, der Eisen- und Stahlindustrie und der Arbeiter dort für Deutschland. Damit steht das "Ruhr Valley" in dem Spiel auf einer Stufe mit der "Oxford University", dem Eiffelturm oder den Pyramiden Ägyptens, die indes ihre eigenen Boni haben.

Eine ganze Region als Weltwunder

Und doch ist das Ruhrgebiet etwas Besonders in dem Spiel: Während die anderen Wunder aus Gebäuden oder Stätten bestehen, steht das "Ruhr Valley" für eine ganze Region – symbolisiert durch das Weltkultur-Erbe "Zeche Zollverein" in Essen. Doch das Gebäude alleine war den Civilization-Machern zu wenig und wurde der Bedeutung des gesamten Ruhrgebiets für Deutschland nicht gerecht. Darum entschied man sich für die 4435 Quadratkilometer große Metropolregion von Duisburg über Essen und Bochum bis Dortmund. Und für Leute aus dem Pott ist es vermutlich längst überfällig, dass ihr Revier endlich als Weltwunder anerkannt wird. Schließlich war man als Region 2010 bereits Kulturhauptstadt Europas, und damals hat der deutsche Volksbarde Herbert Grönemeyer in seiner Hymne den Charakter der Menschen mit "einem Pulsschlag aus Stahl" festgehalten: "Wo ein Wort ohne Worte zählt, dir das Herz in die Arme fällt." Und "wo man gleich den Kern benennt und das Kind beim Namen kennt".

Ehrung für die Arbeiter-Seele des Potts

Es sind solche Worte, die Balsam sind für die bis heute hoch gehaltene, kernige, ehrliche Arbeiter-Seele des Potts – und die im Spiel Civilization VI nun eine längst verdiente Ehrung erhalten hat. Doch worum geht es in dem Computerspiel überhaupt? Die Reihe gibt es seit 1991 und zählt seitdem zu einem der fesselndsten Games für den PC und mittlerweile auch für Apple-Rechner. Der Spieler wählt aus einer Reihe von Kulturen mit unterschiedlichen Schwerpunkten eine aus und soll sie aus der Steinzeit bis ins 21. Jahrhundert führen.

Dafür schickt man auf einer virtuellen Welt Siedler aus und gründet Städte, die man entwickeln muss. Im Wettkampf mit anderen Zivilisationen, die vom Computer gesteuert werden, gibt es verschiedene Wege, das Spiel abzuschließen und seine Zivilisationen durch die Zeitalter zu führen. Man kann alle anderen militärisch dominieren. Weitaus schwieriger und fordernder ist es aber, einen religiösen (fast alle folgen der eigenen Religion), kulturellen (die eigene Kultur ist die weltweit einflussreichste) oder wissenschaftlichen Sieg (Aufbruch ins All) zu erringen. Und dabei helfen einem die Weltwunder wie das "Ruhr Valley", die spezielle Boni gewährleisten – wenn man sie als erster in Civilization VI baut, das Ende Oktober für den PC und Apple-Rechner erschienen ist.

 
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