Der Fight Club kehrt zurück
VON MORITZ TILLMANN - zuletzt aktualisiert: 09.01.2005 - 15:42Es ist ein absoluter Kult-Film. Ein Welterfolg. Die packende und abgedrehte Reise in das Gehirn des Hauptdarstellers. Superstars Brad Pitt und Edward Norton brillierten in ihren Rollen. Die Kritiker waren von David Finchers Meisterwerk begeistert. Nun lässt Genuine Games den "Fight Club" für die Xbox und Playstation2 neu aufleben.
Doch die hohen Erwartungen werden leider nicht erfüllt. Das Kampf-Spiel kann die hervorragenden Vorrausetzungen nicht umsetzen. Zwar besteht die Möglichkeit sich mit allen Akteuren des Films zu prügeln und die Kämpfer sehen ihren Protagonisten auch relativ ähnlich, doch die schwache Grafik hinkt. In Zeiten von immer detailgetreueren Games mit grafischen Raffinessen, wie z.B. "Def Jam", kann der Fight Club vergleichbaren Kampfspielen nicht ansatzweise das Wasser reichen.
Durchaus haben die Entwickler mit passender Musik und originalen Schauplätzen eine ordentliche Grundlage geschaffen, doch auch das Gameplay ist behäbig und entäuschend. Die Kampftricks der "Fighter" sind mäßig und so werden die Fights schnell zu einer lustlosen Veranstaltung. Die Fightstile "Grappler", "Brawler" oder "Material Arts" bieten wenig Unterschiede und alle 14 Akteure gehören den drei "Styles" an. Dementsprechend hat man eigentlich nur drei Kämpfer zur Auswahl.
Der Story-Modus ist nett gemeint und die angedachten Zwischensequenzen eine vernünftige Überlegung, doch diese wirken eher wie Lückenfüller. Ein Antreten gegen die computergesteuerten Gegner wird meistens zu einer lockeren Aufgabe: Helfen Taktiken nicht aus, dann einfach nur wild alle Knöpfedrücken und der Gegner hat keine Chance.
Also: Der gute Wille ist zu loben und Fight Club Freaks wird vielleicht das neue Lebenszeichen ihrer Helden freuen, aber trotzdem bleibt zu sagen: Lieber den Film ein, zwei Mal anschauen, als sich einige Stunden vor die Xbox zu setzen.
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