| 12.17 Uhr
Gameskritik
"Der Herr der Ringe": Schlacht auf der Konsole
Screenshots "Herr der Ringe - Die Eroberung"
Screenshots "Herr der Ringe - Die Eroberung" FOTO: Electronic Arts
Düsseldorf (RPO). Wer erinnert sich nicht an die Kinoversion des Roman-Klassikers „Der Herr der Ringe“ von J. R. Tolkien? In Anlehnung an die drei Kinofilme erschienen schon zahlreiche Computer- und Konsolenspiele, wobei vor allem die Strategiespiele auf dem PC überzeugen konnten. Auch auf der Playstation 3 kann man sich nun in das Kampfgetümmel in Mittelerde stürzen. Von Daniel Marten

Der Spieler kann als Krieger, Bogenschütze, Späher oder Magier an den großen Schlachten aus der Film-Trilogie teilnehmen. Jede Charakterklasse hat spezielle Eigenschaften. Der Krieger ist ein guter Nahkämpfer, der Bogenschütze ist folgerichtig für den Fernkampf prädestiniert, der Späher kann sich kurzzeitig unsichtbar machen und der Magier kämpft mit Zauberkraft und heilt Mitstreiter. Das Spielprinzip entstammt der Star-Wars-Battlefront-Reihe, die ebenfalls von Pandemic entwickelt wurde. „Der Herr der Ringe – Die Eroberung“ ist im Grunde nichts anderes als ein Battlefront-Spiel im Herr-der-Ringe-Universum.

Das Spielgeschehen sieht man aus der Verfolgerperspektive. Wenn Gegnermassen auf den Spieler einprasseln kann es schon mal leicht unübersichtlich werden. Anders die Steuerung der Spielfigur. Diese ist simpel, variantenreich und in einem Tutorial schnell erlernbar. Hat man sich mit der Steuerung vertraut gemacht, kann man das Spiel sowohl online, als auch offline spielen.

Der Einzelspieler-Modus bietet einem die Möglichkeit sich sofort ins Schlachtgeschehen zu stürzen oder eine epische Kampagne zu spielen. Dabei hat man die Wahl zwischen dem Guten und dem Bösen. Auf der guten Seite soll man im „Ringkrieg“ die Armeen des Westens zum Sieg über Sauron führen. Auf der bösen Seite kann man in der Kampagne „Saurons Aufstieg“ Angst und Schrecken in Mittelerde verbreiten. Möchte man online antreten, hält das Spiel drei Modi bereit: Team-Deathmatch, Eroberung und „Finde den Ring“.

Im Laufe des Spiels ist es möglich, auf Wagen, Pferden und den mächtigen Olifanten zu reiten. Auch besonders kampfstarke Helden wie Aragorn, Gandalf oder der böse Hexenkönig sind spielbar. Die Charakteren sind alle wiedererkennbar und auch die Originalschauplätze und der gute Soundtrack lassen etwas Herr-der-Ringe-Feeling aufkommen. Die Grafik hingegen ist zwar ganz nett, kann aber nicht wirklich begeistern. Einer NextGen-Konsole würdig ist sie jedenfalls nicht. Wer gerne mal zwischendurch ein paar Orks das Fell über die Ohren ziehen möchte und zudem noch großer Herr-der-Ringe-Fan ist, sollte „Die Eroberung“ auf jeden Fall einmal anspielen.

Ansonsten muss man das Spiel aber nicht unbedingt in seinem Schrank stehen haben. Wie so oft hat man bei Filmlizenz-Titeln auch hier den Eindruck, dass einfach noch einmal schnell ein paar Euro verdient werden sollten. Etwas mehr Liebe zum Detail hätte mit Sicherheit nicht geschadet: Dann wäre aus der eigentlich guten Idee ein richtig gutes Videospiel werden können. So ist die Schlacht um Mittelerde leider nur Mittelmaß.

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