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  Foto: Sony

Sony bringt mit dem Move Bewegung ins Spiel: Die PS3 macht auf Wii

VON LUDWIG JOVANOVIC - zuletzt aktualisiert: 29.07.2010 - 20:12

Düsseldorf (RPO). Wie Microsoft mit Kinetic reagiert nun auch Sony auf den Erfolg der Wii mit ihrer bisher einzigartigen Steuerung, bei dem die Bewegung des Joysticks in der Hand für Aktionen auf dem Bildschirm sorgt: Am 15. September kommt das Move-System für die Playstation auf den Markt. Und es macht einen Heidenspaß.

Es sieht aus wie ein Mikrofon, ist 148 Gramm schwer, liegt dafür aber ziemlich gut in der Hand und wird es in Verbindung mit der bereits verfügbaren Playstation Eye-Kamera zum Joystick. Einen, der jede Bewegung mit der Hand auf den Bildschirm überträgt. Das ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Denn der Controller reagiert nicht nur auf Bewegungen in zwei Dimensionen, sondern in drei.

Das heißt, wie heftig man den Controller nach vorne reißt, spielt ebenfalls eine Rolle in der Steuerung vieler Spiele. Hat man sich aber erst einmal daran gewöhnt, macht es tatsächlich einen Heidenspaß. Ein virtuelles Beachvolleyball-Spiel wird auf einmal zu einer echten körperlichen Herausforderung – wenn man die Arme scheinbar wie wild bewegt, um zwischen Block und Schmettern alle Move-Möglichkeiten auszuprobieren.

Der ganze Körper geht mit

Bei Geschicklichkeitsspielen wird das System zum ultimativen Steuergerät: Schneller werden – den Move-Controller leicht auf und ab bewegen, Springen – ihn hochreißen, links und rechts erklärt sich von selbst, und wenn man ihn nach vorne reißt, beschleunigt das Gefährt rasant. Anfangs ist das etwas koordinierungsbedürftig.

Aber auf einmal ertappt man sich dabei, dass man mit dem gesamten Körper mitgeht, obwohl der Controller an sich reichen würde. Bei einem Western-Spiel dagegen steht man zunächst lässig vor dem Bildschirm, nimmt die Herausforderung zu einem Duell an und reißt dann man den Controller nach oben. Das ist schon etwas ganz anderes, als nur schnell eine Taste zu drücken.

Damit das System allerdings funktioniert benötigt man aber die bereits verfügbare Playstation Eye-Kamera. Sie zeichnet die Bewegung der leuchtenden, weichen und flexiblen Kugel an der Spitze des Controllers auf. Unterstützt wird das System durch ein Drei-Achsen-Gyroskop, einem Drei-Achsen-Beschleunigungssensor und einem Erdmagnetfeld-Sensor im Controller, um wirklich alle Einflüsse auf das Move-System zu messen.

Noch nie war Bogenschießen realistischer

So wird die Steuerung sehr präzise und feinfühlig. Klar, funktioniert das alles drahtlos. Der Akku wird wie schon jetzt der Dualshock-Joystick aufgeladen. Allerdings ist er etwas schneller am Ende seiner Kapazität. Die ganzen Sensoren samt Vibrationsfeedback und das LED-Licht benötigen etwas mehr Strom.

Treten mehrere Spieler gegeneinander an, kann das Lämpchen verschiedene Farben annehmen. Oder aber wenn man zwei Move-Controller benutzt. Das ist hilfreich beim Bogenschießen: Die linke Hand hält man zum Zielen ausgestreckt, mit der rechten simuliert man, wie der Pfeil aus dem Köcher gezogen, die Sehne gespannt und dann der Schuss abgegeben wird. Noch nie war Bogenschießen realistischer, was indes auch an der brillanten Grafik der Playstation liegt.

Für manche Spiele, insbesondere Action-Adventures wie Heavy Rain, reichen selbst zwei zwei Move-Controller nicht. Stattdessen soll man dann noch einen neuen Navigationscontroller in die linke Hand nehmen, der im Grunde ein verlängerter klassischer Dualshock ist. Mit dem „Navi“ steuert man die Spielfigur, mit dem Move öffnet man Türen oder greift auch mal aggressiv in eine Auseinandersetzung ein. Da erinnert das System dann wieder an ein wenig an eine Wii.

Nicht ganz billig

Zum Marktstart im September sollen bereits eine Reihe von Spielen explizit für den Move-Controller verfügbar sein. Auch eine spezielle Singstar-Variante soll im November folgen, bei dem einer singt und der andere mit Move tanzt. Einige ältere Titel, wie eben Heavy Rain, sollen per Patch eine Steuerung über Move ermöglichen. Der Patch ist kostenlos.

Der Preis indes für das Move-System wird etwas kosten:Zwar stehen die Endpreise noch nicht fest. Aber ein Move-Controller wird um die 40 Euro kosten, ein Navigations-Controller um die 30 Euro. Wer noch keine Eye-Kamera muss die für 40,95 Euro ebenfalls noch anschaffen.

Zum Markstart wird Sony noch ein Starter-Pack anbieten: Für 62 Euro gibt es dann die Eye-Kamera und einen Move-Controller samt Demos von mehreren Spielen.

Gimmicks wie einen Aufsatz (ca. 20 Euro) das Aussehen einer Waffe gibt, sind ebenfalls in Vorbereitung.


 
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