Neues Elektro-Spielzeug für den homo ludens: Gameboy mit GPS und andere Gimmicks
zuletzt aktualisiert: 18.05.2004 - 10:07Los Angeles (rpo). Der Spieltrieb des Menschen ist einfach unersättlich. Zwar werden für die Spielekonsolen immer neue Videa-Games produziert, doch auf Dauer wird das doch recht eintönig. Und so dürstet es dem Homo ludens nach immer neuen Gimmicks. Wie wäre es beispielsweise mit einem GPS-Aufsatz für den Gameboy?
Auf der international wohl wichtigsten Messe für Unterhaltungselektronik, der Electronic Entertainment Expo oder kurz E3, waren diesmal vor allem die Stände von Herstellern mobiler Spielgeräte umlagert.
Auf großes Interesse stieß die erste Handheld-Ausgabe der PlayStation. Obwohl die PlayStation Portable (PSP) nur so klein ist wie ein dünnes Taschenbuch, ist sie nahezu so leistungsstark wie die große PlayStation 2 für den Anschluss ans TV-Gerät. Das Display mit einer Auflösung von 480 mal 272 Pixel (Bildpunkten) kann 16,8 Millionen Farben darstellen.
Mit eingebauten Stereolautsprecher und externem Kopfhöreranschluss bietet sich das Gerät auch als mobiles Musik- und Videoabspielgerät an. Für Online-Spiele gibt es eine Wireless-LAN-Verbindung. Die Markteinführung auch in Europa ist für das Frühjahr 2005 geplant.
Nintendo, bisher Marktführer bei den mobilen Spielgeräten, begegnet der Herausforderung mit dem Game Boy DS - das DS steht für "Dual Screen". Der doppelte Bildschirm bietet neue Möglichkeiten, um sich in einem Spiel zu bewegen. Auf der Messe demonstrierte der Hersteller dies mit "Metroid: Prime Hunters" - hier zeigt der untere Bildschirm das eigentliche Spielgeschehen, der obere eine Karte für die Navigation. Auch hier bringt WLAN den Spieler ans Netz.
Die kleinen Spielgeräte inspirieren Tüftler zu immer neuen Ideen. So hat das kanadische Unternehmen Red Sky Mobile einen GPS-Aufsatz für den Game Boy Advance entwickelt. Die Satellitenortung könnte zur Grundlage für neuartige Spiele werden, bei denen sich mehrere Teilnehmer selbst im Raum bewegen.
Das passt zum aktuellen Trend, die Spieler vom Sofa herunterzuholen und selbst aktiv werden zu lassen. Nach den EyeToy-Spielen von Sony für die PlayStation gibt es nun die digitalen Bongos für den GameCube von Nintendo. Beim Spiel "Donkey Konga" geht es darum, das richtige Rhythmus-Gefühl in die Handflächen zu kriegen. Eltern seien vorgewarnt: Die Lautstärke dieser Spielkonsolen-Trommel ist wirklich eindrucksvoll.
Ein Handheld-Spielgerät mit einem mächtigen Pentium-4-Prozessor präsentierte SL-Interphase aus Arizona. Der Prototyp des neuartigen Geräts mit der Bezeichnung Rogue hat einen farbigen Touch-Screen und zahlreiche Knöpfe für Action-Games, die dank WLAN hier ebenfalls online gespielt werden können. Eine Docking-Station macht den Rogue zum vollwertigen Desktop-Computer.
Den Graben von PC-Spielen zum TV-Gerät überbrückt eine neue Technik von Digital Interactive Systems. Erste Angebote wie das "Digital Home System" von Alienware soll es ab Sommer geben. Der Vorteil: PC-Spiele sind meist preiswerter als die Software für die Spielkonsolen. Mit der Spielkonsole Phantom von Infinium Labs werden PC-Spiele über das Netz abgerufen. Das Unternehmen will das Gerät kostenlos abgeben, wenn der Kunde für mindestens zwei Jahre das Spiele-Angebot zum Monatspreis von rund 30 Dollar (25 Euro) abonniert.
Einen Schaukampf eigener Art lieferten sich auf der E3 die Grafikchip-Hersteller ATI und Nvidia. Die ATI Radeon X800 XT und der GeForce 6800 Ultra setzen neue Standards für bisher unerreichte Qualität bei der Wiedergabe von Filmen und Computergrafik.
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